Wer hat an der Uhr gedreht?
Unfassbar! Nun bin ich fast ein Jahr unterwegs, aber wo ist die Zeit geblieben? Gerade lese ich meine ersten Einträge hier auf meinem Blog. Meine Mutter kommentierte einer dieser mit den Worten „ Zeit vergeht manchmal ja wie im Flug ... und schon hole ich dich wieder vom Flughafen ab :-)“.
Das, was mir dort noch so fern schien, ist nun greifbar. Am 9. Juli betrete ich wieder deutschen Boden. Genau dort wo ich am 21. Juli losgeflogen bin, komme ich wieder an – mit so vielen neuen Erfahrungen im Gepäck.
Ich habe so viele Orte gesehen und Situationen erlebt, dass ich das Erlebte kaum in Worte fassen kann. Aber eines steht fest: Ich verlasse Peru mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Ich hatte hier eine so gute Zeit, habe viele Menschen, aber auch mich, besser kennengelernt.
Wenn es am schönsten ist, soll man gehen! Das tue ich nun.
Ich habe gehört, wenn man nach Deutschland nach so einer langen Zeit zurückkommt, soll der Kulturschock größer sein als wenn man ins Ausland geht. Das kann ich mir gut vorstellen! Aber ich freue mich riesig auf meine Familie und Freunde, die echt immer für mich da waren!
Und wenn man Abschied nimmt, sagt man „Auf Wiedersehen“. Ich komme bestimmt noch mal wieder! :)
Nach Pura Vida nun peruanische Tranquilidad
Montag, 4. Juli 2011
Mittwoch, 29. Juni 2011
Meine letzte Reise...
…führte mich zu einem der neuen Weltwunder unserer Erde, aber fangen wir von vorne an:
Joe reist mit seiner Mama gerade durch Peru, in Cusco, der alten Inkastadt, haben wir uns dann getroffen und ein paar Tage dazu genutzt die engen Gässchen der hübschen Stadt zu erkunden. Die Altstadt ist wirklich schön, aber Arequipa kann eben trotzdem locker mithalten.
Außerdem muss man sagen ISTM ist überall und so kam es, dass wir unseren ersten Abend in Cusco in der wundervollen Gesellschaft von Maren und Sandra verbrachten. Nach fast einem Jahr trafen wir uns hier, mitten in Peru wieder und hatten einen wunderschönen, feuchtfröhlichen Abend- auf ISTM ist Verlass.
Am 24. Juni ist DER Tag von Cusco, jeder ist auf den Beinen und feiert seine Stadt. Die Vorbereitungen zu diesem großen Fest konnten wir miterleben, so tanzten jeden Tag farbenfroh gekleidete Menschen fröhlich um den Plaza de Armas. Hier einige Eindrücke:

Als wir in Cusco waren, kamen wir natürlich auch nicht drum herum Sacsayhuamán, laut Wiki eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten aus der Inkazeit, zu besuchen. Dort hatten wir auch eine Führung auf Englisch.. oder so etwas in der Art. Leider konnten wir unseren Guide gar nicht verstehen, so switchten wir zu Spanisch. Auch wenn wir nicht alles verstanden, so fasziniert doch die Bauweise der Inka. Feinsäuberlich liegen dort Steine, ach was, Felsen auf Felsen. So angeordnet, dass an einigen Stellen nicht einmal Wasser durch die Spalten dringen kann. Wenn man bedenkt, dass die Inka dabei keine Maschinen benutzten, dann kann man nur Staunen. Schaut selbst:

Nach unseren Tagen in Cusco, machten wir uns auf das Heilige Tal mit seinen kleinen Dörfern und Inka-Ruinen zu entdecken. Wir fuhren durch atemberaubende Landschaften, grünbewachsene Hügel und ab und zu entdeckte man grasende Alpacas.

Aber das Highlight unserer Reise war eines der neuen 7Weltwunder, das seinen 100. Geburtstag feiert: Machu Picchu!
Nachdem wir eine Nacht in Aguas Calientes verbracht hatten, kamen wir mit der Sonne beim Machu Picchu an. Noch bevor die großen Touristenströme ankommen(täglich kommen etwa 2.000 Besucher), konnten wir diesen ganz besonderen Blick auf Machu Picchu genießen. Die Sonnenstrahlen trauten sich langsam über die umliegenden Berge zu blicken und tauchten die Inka-Stadt in ein ganz einzigartiges Licht. Wie Machu Picchu da so unter uns lag, fühlte es sich fast ein wenig so an als hätten wir es gerade entdeckt. Die anschließende geguidete Tour führte uns durch die Stadt und man bekam einen Eindruck davon wie es hier einmal ausgesehen haben muss. Als Machu Picchu 1911 wiederentdeckt wurde, befand sich die Ruinenstadt dichtbewachsen in einer Art Dschunge, heute lässt darauf nicht mehr viel schließen.

Ich muss sagen in meinem Jahr in Lateinamerika hatte ich die Möglichkeit viele spannende und beeindruckende Orte zu besuchen und ich hätte mir nicht vorstellen können, dass „ein paar Ruinen“ mich so ins Staunen versetzen können, aber Machu Picchu ist wirklich etwas ganz Besonderes. Die Landschaft die dieses Weltwunder umgibt, scheint mir einzigartig. Das Grün scheint saftiger, die Berge erhabener und die Luft klarer. Ich glaube um wirlich zu verstehen, was Machu Picchu ausmacht, muss man wohl dort gewesen sein.
So ging meine letzte Reise in Peru zu Ende – aber ein besseres Ziel hätte ich mir wohl kaum aussuchen können.
Joe reist mit seiner Mama gerade durch Peru, in Cusco, der alten Inkastadt, haben wir uns dann getroffen und ein paar Tage dazu genutzt die engen Gässchen der hübschen Stadt zu erkunden. Die Altstadt ist wirklich schön, aber Arequipa kann eben trotzdem locker mithalten.
Außerdem muss man sagen ISTM ist überall und so kam es, dass wir unseren ersten Abend in Cusco in der wundervollen Gesellschaft von Maren und Sandra verbrachten. Nach fast einem Jahr trafen wir uns hier, mitten in Peru wieder und hatten einen wunderschönen, feuchtfröhlichen Abend- auf ISTM ist Verlass.
Am 24. Juni ist DER Tag von Cusco, jeder ist auf den Beinen und feiert seine Stadt. Die Vorbereitungen zu diesem großen Fest konnten wir miterleben, so tanzten jeden Tag farbenfroh gekleidete Menschen fröhlich um den Plaza de Armas. Hier einige Eindrücke:

Als wir in Cusco waren, kamen wir natürlich auch nicht drum herum Sacsayhuamán, laut Wiki eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten aus der Inkazeit, zu besuchen. Dort hatten wir auch eine Führung auf Englisch.. oder so etwas in der Art. Leider konnten wir unseren Guide gar nicht verstehen, so switchten wir zu Spanisch. Auch wenn wir nicht alles verstanden, so fasziniert doch die Bauweise der Inka. Feinsäuberlich liegen dort Steine, ach was, Felsen auf Felsen. So angeordnet, dass an einigen Stellen nicht einmal Wasser durch die Spalten dringen kann. Wenn man bedenkt, dass die Inka dabei keine Maschinen benutzten, dann kann man nur Staunen. Schaut selbst:

Nach unseren Tagen in Cusco, machten wir uns auf das Heilige Tal mit seinen kleinen Dörfern und Inka-Ruinen zu entdecken. Wir fuhren durch atemberaubende Landschaften, grünbewachsene Hügel und ab und zu entdeckte man grasende Alpacas.

Aber das Highlight unserer Reise war eines der neuen 7Weltwunder, das seinen 100. Geburtstag feiert: Machu Picchu!
Nachdem wir eine Nacht in Aguas Calientes verbracht hatten, kamen wir mit der Sonne beim Machu Picchu an. Noch bevor die großen Touristenströme ankommen(täglich kommen etwa 2.000 Besucher), konnten wir diesen ganz besonderen Blick auf Machu Picchu genießen. Die Sonnenstrahlen trauten sich langsam über die umliegenden Berge zu blicken und tauchten die Inka-Stadt in ein ganz einzigartiges Licht. Wie Machu Picchu da so unter uns lag, fühlte es sich fast ein wenig so an als hätten wir es gerade entdeckt. Die anschließende geguidete Tour führte uns durch die Stadt und man bekam einen Eindruck davon wie es hier einmal ausgesehen haben muss. Als Machu Picchu 1911 wiederentdeckt wurde, befand sich die Ruinenstadt dichtbewachsen in einer Art Dschunge, heute lässt darauf nicht mehr viel schließen.

Ich muss sagen in meinem Jahr in Lateinamerika hatte ich die Möglichkeit viele spannende und beeindruckende Orte zu besuchen und ich hätte mir nicht vorstellen können, dass „ein paar Ruinen“ mich so ins Staunen versetzen können, aber Machu Picchu ist wirklich etwas ganz Besonderes. Die Landschaft die dieses Weltwunder umgibt, scheint mir einzigartig. Das Grün scheint saftiger, die Berge erhabener und die Luft klarer. Ich glaube um wirlich zu verstehen, was Machu Picchu ausmacht, muss man wohl dort gewesen sein.
So ging meine letzte Reise in Peru zu Ende – aber ein besseres Ziel hätte ich mir wohl kaum aussuchen können.
Mittwoch, 8. Juni 2011
Alltagsperspektive
Neben den unzähligen Reiseberichten der letzten Monate fehlt eigentlich das, was mir so Tag täglich begegnet. Hier also ein paar Eindrücke:
Montag, 23. Mai 2011
Titikakasee
Ja!!! Wir fahren mit auf einem FAM Trip! Wofür FAM genau steht, wusste ich vorher eigentlich nicht, war mir in dem Moment aber auch egal. Was ich allerdings wusste: Es geht am Wochenende zum Tititkakasee und das für lau. Übrigens wie ich jetzt weiß: Der Begriff FAM Trip wird im Tourismus verwedet und leitet sich vom englischen „Familiarisation“, also Vertrautmachen, ab. Ein neuer Reiseveranstalter lädt zum Beispiel Reiseagenturen zu einer Reise ein und erhofft sich so später mit ihnen ins Geschäft zu kommen.
Angekommen!
Joe, Johannes und ich fuhren am Freitag also nach Puno um dort vom Reiseveranstalter Munay Taquile empfangen zu werden. Die Reise fing noch gar nicht richtig an und schon war ich begeistert: Das Hotel für die erste Nacht war spitze, das Essen lecker und der Rest der Gruppe locker drauf.
Amanti
Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet ging es dann am Morgen in den Bus. Nach einigen Fotostopps und kleinen Vorträgen über Land und Leute der Region, hieß es dann Warten auf das Schiff, das uns dann zur Amantani-Insel auf dem Titikakasee bringen sollte.
Hier angekommen, fragte uns unser Guide, ob wir uns fit genug fühlen einen „kleinen Aufstieg“ zu einem höheren Punkt der Insel zu machen. Nun ja, da die restliche Gruppe aus Peruanern bestand, die an die Höhe wohl etwas besser gewöhnt waren, schleppte ich mich langsam hinterher. Von oben hatte man dann einen sehr schönen Blick auf den Rest der Insel und natürlich auf den beeindruckenden Titikakasee.
Beim Abstieg traf ich dann Maria, eine Inselbewohnerin, die gerade auf ihrem Feld arbeitete. Vielleicht komme ich zurück und werde bei ihr und ihren kleinen Familie ein paar Wochen wohnen um ein wenig das einfache Inselleben kennenzulernen. Noch weiß ich nicht wo es mich nach meinem Praktikum hinführt, aber hier habe ich auf jeden Fall schon einmal eine Option...
Kochen auf dem Feld
Nach dem Abstieg wurden wir dann mit dem wohlverdientem Mittagessen empfangen - gekocht auf dem Feld ohne Küche! Es wird eine Pyramide aus Erdbrocken gebaut in dessen Inneren sich ein Loch mit einem kleinen Feuer befindet. Sobald fast nur noch Glut zu sehen ist, wird diese mit den Kartoffeln im Boden vergraben. Nach 20 Minuten kann man sie wieder ausgraben und hat leckere gekochte Kartoffeln.
Für die frisch geangelte Forelle aus dem Titikakasee buddeln sie eine Kuhle in den Boden, zünden dort ein Feuer, bauen darüber eine Konstruktion aus Steinen und haben so eine Art Herd auf dem sie die Pfanne mit dem Fisch stellen. Beeindruckend einfach, aber super lecker!

Taquile- Wie man hier wohnt und feiert
Gestärkt ging es dann wieder aufs Boot und rüber auf die Insel Taquile. Hier wurden wir feierlich von den Vorständen der Insel begrüßt. Dazu muss man wissen, dass der Reiseveranstalter Munay Taquile ausschließlich aus Mitgliedern der Inselgemeinde besteht. Das heißt, die Bewohner profitieren direkt vom Tourismus, da ein Großteil der Einnahmen in die Community fließen.
Danach lernten wir dann unsere Gastfamilien von der Insel kennen, bei ihnen würden wir bis zum nächsten Tag unterkommen. Ich teilte mir mit Paola aus La Paz ein Zimmer im Hause von Rita, Gerhardo und seinen Eltern. Die Familie gehört sogar zu einen der wenigen, die Licht haben. Das Bad draußen, die Dusche funktioniert nicht, einen Wasserhahn gibt es nicht, Wassereimer statt Toilettenspühlung- einfach, aber ausreichend. Die Küche ein kleines Steinhaus, wenig Utensilien, kein Kühlschrank, alter Herd und geschmeckt hat es trotzdem.
Am selben Abend ging es dann noch auf eine traditionelle Feier auf der Insel- es wurde Pisco getrunken, Musik gespielt, Feuer gezündet, getanzt- und wir mitten im Geschehen. Damit wir nicht so auffielen, trugen wir die traditionelle Kleidung. Ich hatte 2 Röcke an, einen Gürtel fest um die Taille geschnürt, eine weiße Bluse an und ein schwarzes Tuch vehüllte meine Haare und mein Gesicht.

Die Hochzeit auf Taquile
Am nächsten Morgen gab es gleich zwei Anlässe zu feiern: Zum Einen hatte Joe Geburtstag und zum Anderen wurde Hochzeit auf der Insel gefeiert. Wir konnten bei den Vorbereitungen des Festes und bei der kirchlichen Trauung dabei sein. Auf Taquile ist eine Hochzeit die sehr strenge Zeremonie, die wirklich vollkommen anders als in Deutschland gefeiert wird, hier einige Beispiele: Das Brautpaar darf nicht lachen, nicht erzählen, muss lautlos auf den Boden starren, auch beim Gehen. Es darf nicht selber essen oder trinken sondern wird von den Eltern gefüttert. Nach der Zeremonie in der Kirche muss sich das Brautpaar mit nahen Verwandten vor das Haus setzen und auf Gschenke warten. Männer schenken dem Mann, Frauen der Frau. Geldgeschenke werden an der Kleidung des Ehepaars befestigt. Als Dankeschön bekommt der Schenker eine Kleinigkeit vom Brautpaar wie zum Beispiel Coca Blätter oder Bier. Am Morgen der Heirat werden mehrere Schafe getötet (dieses Mal waren es 37!!!), die dann später von der Hochzeitsgesellschaft verzehrt werden (Brautpaar isst nichts). Nun ja, bei den vielen strengen Regeln überlegt man es sich wohl zwei Mal, ob man Heiraten möchte. Einwohner der Taquile-Insel heiraten übrigens nur untereinander. Es darf sich nicht geschieden werden und nur verheiratete Männer können ein wichtiges Amt besetzen.

Die Uros
Nach dem Mittagessen verließen wir Taquile und machten uns auf den Weg zu den Uros. Sie leben auf mehreren kleinen Schilfinseln auf dem Titikakasee. Dabei gibt es die recht touristischen, wo täglich Schiffe anhalten und die Touris eine kleine Tour bekommen. Dann gibt es die Inseln, die weiter am Ufer liegen und zum Wohnen benutzt werden und nicht von Touristen angestuert werden. Und zum dritten gibt es die Uro Inseln, die vor allem von Kindern und älteren Uros bewohnt werden- hier genießt man das ruhige Leben weit weg vom Tourismus.
Wir wurden auf den touristischen Inseln von den Uros empfangen. Zunächst erklärte man uns wie sie die Inseln bauen. Sie nehmen das riesige Wurzelgewebe des Schilfs, rammen dort Holzstämme hinein und legen dann um jeden Holzstamm ein Seil. Durch eine gewisse Knotentechnik werden so die einzelnen Schilfgewebe zusammen gehalten. Danach wird alles mit Schilf bedeckt und schon ist die kleine Insel fertig. Sie bauen ebenfalls Häuser und Schiffe aus Schilf.
Schließlich ging es für uns nach einem sehr schönen Wochenende zurück nach Puno, wo wir noch am Abend in den Bus stiegen um wieder nach Arequipa zu fahren.
Angekommen!
Joe, Johannes und ich fuhren am Freitag also nach Puno um dort vom Reiseveranstalter Munay Taquile empfangen zu werden. Die Reise fing noch gar nicht richtig an und schon war ich begeistert: Das Hotel für die erste Nacht war spitze, das Essen lecker und der Rest der Gruppe locker drauf.
Amanti
Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet ging es dann am Morgen in den Bus. Nach einigen Fotostopps und kleinen Vorträgen über Land und Leute der Region, hieß es dann Warten auf das Schiff, das uns dann zur Amantani-Insel auf dem Titikakasee bringen sollte.
Hier angekommen, fragte uns unser Guide, ob wir uns fit genug fühlen einen „kleinen Aufstieg“ zu einem höheren Punkt der Insel zu machen. Nun ja, da die restliche Gruppe aus Peruanern bestand, die an die Höhe wohl etwas besser gewöhnt waren, schleppte ich mich langsam hinterher. Von oben hatte man dann einen sehr schönen Blick auf den Rest der Insel und natürlich auf den beeindruckenden Titikakasee.
Beim Abstieg traf ich dann Maria, eine Inselbewohnerin, die gerade auf ihrem Feld arbeitete. Vielleicht komme ich zurück und werde bei ihr und ihren kleinen Familie ein paar Wochen wohnen um ein wenig das einfache Inselleben kennenzulernen. Noch weiß ich nicht wo es mich nach meinem Praktikum hinführt, aber hier habe ich auf jeden Fall schon einmal eine Option...
Kochen auf dem Feld
Nach dem Abstieg wurden wir dann mit dem wohlverdientem Mittagessen empfangen - gekocht auf dem Feld ohne Küche! Es wird eine Pyramide aus Erdbrocken gebaut in dessen Inneren sich ein Loch mit einem kleinen Feuer befindet. Sobald fast nur noch Glut zu sehen ist, wird diese mit den Kartoffeln im Boden vergraben. Nach 20 Minuten kann man sie wieder ausgraben und hat leckere gekochte Kartoffeln.
Für die frisch geangelte Forelle aus dem Titikakasee buddeln sie eine Kuhle in den Boden, zünden dort ein Feuer, bauen darüber eine Konstruktion aus Steinen und haben so eine Art Herd auf dem sie die Pfanne mit dem Fisch stellen. Beeindruckend einfach, aber super lecker!

Taquile- Wie man hier wohnt und feiert
Gestärkt ging es dann wieder aufs Boot und rüber auf die Insel Taquile. Hier wurden wir feierlich von den Vorständen der Insel begrüßt. Dazu muss man wissen, dass der Reiseveranstalter Munay Taquile ausschließlich aus Mitgliedern der Inselgemeinde besteht. Das heißt, die Bewohner profitieren direkt vom Tourismus, da ein Großteil der Einnahmen in die Community fließen.
Danach lernten wir dann unsere Gastfamilien von der Insel kennen, bei ihnen würden wir bis zum nächsten Tag unterkommen. Ich teilte mir mit Paola aus La Paz ein Zimmer im Hause von Rita, Gerhardo und seinen Eltern. Die Familie gehört sogar zu einen der wenigen, die Licht haben. Das Bad draußen, die Dusche funktioniert nicht, einen Wasserhahn gibt es nicht, Wassereimer statt Toilettenspühlung- einfach, aber ausreichend. Die Küche ein kleines Steinhaus, wenig Utensilien, kein Kühlschrank, alter Herd und geschmeckt hat es trotzdem.
Am selben Abend ging es dann noch auf eine traditionelle Feier auf der Insel- es wurde Pisco getrunken, Musik gespielt, Feuer gezündet, getanzt- und wir mitten im Geschehen. Damit wir nicht so auffielen, trugen wir die traditionelle Kleidung. Ich hatte 2 Röcke an, einen Gürtel fest um die Taille geschnürt, eine weiße Bluse an und ein schwarzes Tuch vehüllte meine Haare und mein Gesicht.

Die Hochzeit auf Taquile
Am nächsten Morgen gab es gleich zwei Anlässe zu feiern: Zum Einen hatte Joe Geburtstag und zum Anderen wurde Hochzeit auf der Insel gefeiert. Wir konnten bei den Vorbereitungen des Festes und bei der kirchlichen Trauung dabei sein. Auf Taquile ist eine Hochzeit die sehr strenge Zeremonie, die wirklich vollkommen anders als in Deutschland gefeiert wird, hier einige Beispiele: Das Brautpaar darf nicht lachen, nicht erzählen, muss lautlos auf den Boden starren, auch beim Gehen. Es darf nicht selber essen oder trinken sondern wird von den Eltern gefüttert. Nach der Zeremonie in der Kirche muss sich das Brautpaar mit nahen Verwandten vor das Haus setzen und auf Gschenke warten. Männer schenken dem Mann, Frauen der Frau. Geldgeschenke werden an der Kleidung des Ehepaars befestigt. Als Dankeschön bekommt der Schenker eine Kleinigkeit vom Brautpaar wie zum Beispiel Coca Blätter oder Bier. Am Morgen der Heirat werden mehrere Schafe getötet (dieses Mal waren es 37!!!), die dann später von der Hochzeitsgesellschaft verzehrt werden (Brautpaar isst nichts). Nun ja, bei den vielen strengen Regeln überlegt man es sich wohl zwei Mal, ob man Heiraten möchte. Einwohner der Taquile-Insel heiraten übrigens nur untereinander. Es darf sich nicht geschieden werden und nur verheiratete Männer können ein wichtiges Amt besetzen.

Die Uros
Nach dem Mittagessen verließen wir Taquile und machten uns auf den Weg zu den Uros. Sie leben auf mehreren kleinen Schilfinseln auf dem Titikakasee. Dabei gibt es die recht touristischen, wo täglich Schiffe anhalten und die Touris eine kleine Tour bekommen. Dann gibt es die Inseln, die weiter am Ufer liegen und zum Wohnen benutzt werden und nicht von Touristen angestuert werden. Und zum dritten gibt es die Uro Inseln, die vor allem von Kindern und älteren Uros bewohnt werden- hier genießt man das ruhige Leben weit weg vom Tourismus.
Wir wurden auf den touristischen Inseln von den Uros empfangen. Zunächst erklärte man uns wie sie die Inseln bauen. Sie nehmen das riesige Wurzelgewebe des Schilfs, rammen dort Holzstämme hinein und legen dann um jeden Holzstamm ein Seil. Durch eine gewisse Knotentechnik werden so die einzelnen Schilfgewebe zusammen gehalten. Danach wird alles mit Schilf bedeckt und schon ist die kleine Insel fertig. Sie bauen ebenfalls Häuser und Schiffe aus Schilf.
Schließlich ging es für uns nach einem sehr schönen Wochenende zurück nach Puno, wo wir noch am Abend in den Bus stiegen um wieder nach Arequipa zu fahren.
Ich komm wieder!
Ja, bald habt ihr mich wieder! ;) Es ist nun ganz offiziell. Ich habe meinen Flug nach Deutschland gebucht und ich bin früher im deutschen Land als erst gedacht. Da die Flugpreise doch recht teuer sind, habe ich nun noch einen etwas billigeren gefunden. Deswegen geht es am 8. Juli um 3 Uhr nachts aus Lima nach Panama. Nach ein paar Stunden Aufenthalt fliege ich dann mit technischen Zwischenstopp nach Frankfurt. Am 9. Juli geht es dann am Morgen von Frankfurt nach Hamburg, wo ich wohl gegen 8 Uhr ankommen werde. Es können also Pläne für Deutschland gemacht werden :) Ich freu mich!
Donnerstag, 12. Mai 2011
Stock und Hut steht ihr gut
Für eine Woche tauschten wir unseren Schreibtisch gegen den Tresen. Joe, Johannes und ich machten uns auf nach Cabanaconde im Colca Tal um im Hostel und Restaurant der Familie zu arbeiten, der auch der Reiseveranstalter Sudamericatour gehört.
Während Johannes ein benachbartes Hostel führte, kümmerten Joe und ich uns um ein Restaurant und Hostel. Ein peruanischer Koch und ein Angestellter standen uns zur Seite, aber die Verantwortung lag bei uns.
Wir kümmerten uns um die Finanzen, den Einkauf, die Werbung und das irgendwie alles läuft. Auf jeden Fall war es eine neue Erfahrung und Chef spielen hat auch mal Spaß gemacht.
Hier einige Eindrücke:

Nach einigen Tage kamen die Besitzer zurück und für uns wurde es Zeit zu gehen - oder viel mehr zu Wandern, denn der Colca Canyon, die zweit tiefste Schlucht der Welt, bietet dafür perfekte Bedingungen. Joe und ich begaben uns auf ein Drei-Tage-Trek.
Da sich wie immer alles sehr spontan ergab, wussten wir erst am Nachmittag, dass wir frei hatten und unseren Trek beginnen konnten. Da uns nur noch wenige Stunden bis zur Dunkelheit blieben, liefen wir nicht wie die meisten Touristen von Cabanaconde nach San Juan und dann zur Oase sondern machten die Tour anders herum.
Von Cabanaconde (3.287 m) ging es hinein in die 3.200 Meter Schlucht, damit ist sie fast doppelt so tief wie der bekannte Grand Canyon in den USA.
Der Abstieg dauerte etwa drei Stunden, andere Menschen schaffen es auch in zwei Stunden, aber ich komme eben von der Küste und bin an die Berge eher weniger gewöhnt. Nach einigen längeren Fotostopps beeilten wir uns auf dem letzten Stück und trafen exakt mit der Dunkelheit in der Oase (2.160 m) ein. Nach dem Abendessen mit den anderen Touristen, die wir in der Oase trafen, fielen wir ins Bett, schließlich brauchten wir Kraft für den nächsten Tag.
Hier ein paar Bilder von unserem Abstieg und der Oase. Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme durften wegen der starken Sonne auf keinen Fall fehlen auch wenn Joe meinte, ich sehe aus wie ein Maulwurf...

Nach einem erfrischenden Bad im Pool der Oase brachen wir auf in Richtung des Dorfes Malata (2.450 m). Vor allem die ersten Meter machten mir zu schaffen, in diesen Höhen bleibt einem schnell die Luft weg und trotz Wanderstock mussten wir die eine oder andere Pause machen.
Leider zog schlechtes Wetter auf und statt in Malata oder Cosñirhua einen Stopp zu machen, wanderten wir weiter um vor dem Regen in San Jua de Chuccho anzukommen. Wir gingen durch märchenwaldähnliche Landschaften und kamen nach einer fünf stündigen Wanderung in einem kleinen Hostel in San Jua de Chuccho an. Für den nächsten Tag stnd uns der härteste Aufstieg des Treks bevor, doch schon am Abend spührte ich den Muskelkater deutlich. Da uns bereits mehrere peruanische Guides vorher gesagt hatten, dass der Weg von San Jua de Chuccho rauf nach Cabanaconde hart sei, war mir klar, dass ich ihn als unerfahrene Trekkerin niemals schaffen würde. Ich gab mich geschlagen und wir entschieden uns den Aufstieg am nächsten Tag auf einem „Mula“ (Kreuzung aus Esel und Pferd) zu machen.

Am dritten und letzten Tag unserer Wanderung ging es schon um fünf Uhr morgens für uns los, da mit der Hitze des Tages der Aufstieg nicht möglich wäre. Nach einer 45 Minütigen Wanderung setzten wir uns auf unsere Mulas und konnten so den eigentlich anstrengenden Aufstieg geniessen. Nun ja, was heisst geniessen. Auf so einem Mula wackelt es ordentlich und, wenn es neben einem hunderte von Meter heruntergeht, ist man an einigen Stellen vielleicht nicht ganz so entspannt. Ich muss aber sagen, diese Mulas haben Power und sind geschickt und so legte ich mein Vertrauen ganz in ihre Hufen.

Nach nur drei Stunden verließen wir die Schlucht und wurden mit einem wunderschönem Rundumblick über die Berge begrüßt. Ab hier ging es für uns wieder zu Fuß weiter und nach einem kleinen Schläfchen machten wir uns auf den kurzen Restweg bishin zu unserem Startpunkt- Cabanaconde.
Während Johannes ein benachbartes Hostel führte, kümmerten Joe und ich uns um ein Restaurant und Hostel. Ein peruanischer Koch und ein Angestellter standen uns zur Seite, aber die Verantwortung lag bei uns.
Wir kümmerten uns um die Finanzen, den Einkauf, die Werbung und das irgendwie alles läuft. Auf jeden Fall war es eine neue Erfahrung und Chef spielen hat auch mal Spaß gemacht.
Hier einige Eindrücke:

Nach einigen Tage kamen die Besitzer zurück und für uns wurde es Zeit zu gehen - oder viel mehr zu Wandern, denn der Colca Canyon, die zweit tiefste Schlucht der Welt, bietet dafür perfekte Bedingungen. Joe und ich begaben uns auf ein Drei-Tage-Trek.
Da sich wie immer alles sehr spontan ergab, wussten wir erst am Nachmittag, dass wir frei hatten und unseren Trek beginnen konnten. Da uns nur noch wenige Stunden bis zur Dunkelheit blieben, liefen wir nicht wie die meisten Touristen von Cabanaconde nach San Juan und dann zur Oase sondern machten die Tour anders herum.
Von Cabanaconde (3.287 m) ging es hinein in die 3.200 Meter Schlucht, damit ist sie fast doppelt so tief wie der bekannte Grand Canyon in den USA.
Der Abstieg dauerte etwa drei Stunden, andere Menschen schaffen es auch in zwei Stunden, aber ich komme eben von der Küste und bin an die Berge eher weniger gewöhnt. Nach einigen längeren Fotostopps beeilten wir uns auf dem letzten Stück und trafen exakt mit der Dunkelheit in der Oase (2.160 m) ein. Nach dem Abendessen mit den anderen Touristen, die wir in der Oase trafen, fielen wir ins Bett, schließlich brauchten wir Kraft für den nächsten Tag.
Hier ein paar Bilder von unserem Abstieg und der Oase. Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme durften wegen der starken Sonne auf keinen Fall fehlen auch wenn Joe meinte, ich sehe aus wie ein Maulwurf...

Nach einem erfrischenden Bad im Pool der Oase brachen wir auf in Richtung des Dorfes Malata (2.450 m). Vor allem die ersten Meter machten mir zu schaffen, in diesen Höhen bleibt einem schnell die Luft weg und trotz Wanderstock mussten wir die eine oder andere Pause machen.
Leider zog schlechtes Wetter auf und statt in Malata oder Cosñirhua einen Stopp zu machen, wanderten wir weiter um vor dem Regen in San Jua de Chuccho anzukommen. Wir gingen durch märchenwaldähnliche Landschaften und kamen nach einer fünf stündigen Wanderung in einem kleinen Hostel in San Jua de Chuccho an. Für den nächsten Tag stnd uns der härteste Aufstieg des Treks bevor, doch schon am Abend spührte ich den Muskelkater deutlich. Da uns bereits mehrere peruanische Guides vorher gesagt hatten, dass der Weg von San Jua de Chuccho rauf nach Cabanaconde hart sei, war mir klar, dass ich ihn als unerfahrene Trekkerin niemals schaffen würde. Ich gab mich geschlagen und wir entschieden uns den Aufstieg am nächsten Tag auf einem „Mula“ (Kreuzung aus Esel und Pferd) zu machen.

Am dritten und letzten Tag unserer Wanderung ging es schon um fünf Uhr morgens für uns los, da mit der Hitze des Tages der Aufstieg nicht möglich wäre. Nach einer 45 Minütigen Wanderung setzten wir uns auf unsere Mulas und konnten so den eigentlich anstrengenden Aufstieg geniessen. Nun ja, was heisst geniessen. Auf so einem Mula wackelt es ordentlich und, wenn es neben einem hunderte von Meter heruntergeht, ist man an einigen Stellen vielleicht nicht ganz so entspannt. Ich muss aber sagen, diese Mulas haben Power und sind geschickt und so legte ich mein Vertrauen ganz in ihre Hufen.

Nach nur drei Stunden verließen wir die Schlucht und wurden mit einem wunderschönem Rundumblick über die Berge begrüßt. Ab hier ging es für uns wieder zu Fuß weiter und nach einem kleinen Schläfchen machten wir uns auf den kurzen Restweg bishin zu unserem Startpunkt- Cabanaconde.
Mittwoch, 11. Mai 2011
Kulturelle Unterschiede
Auch wenn die Uni weit weg ist, so lässt sie mich doch nicht ganz in Ruhe. Während meines Studiensemesters und Auslandspraktikums muss ich kulturelle Unterschiede festhalten, die mir in Costa Rica und Peru gegenüber Deutschland aufgefallen sind. Die bisherigen Ergebnisse dieser Arbeit findet ihr nun rechts unter der Seite "Kulturelle Unterschiede".
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