... bedeutet so viel wie "Können Sie das bitte wiederholen?" und ist ein ziemlich häufig benutzter Satz von mir in dieser Woche.
Seit meinem letzten Eintrag habe ich ziemlich viele Ämter von innen gesehen, ich habe viel Zeit damit verbracht einfach nur zu warten bis mein Name irgendwo aufgerufen wird, ich bin auf viele Beamte gestoßen, die mich nicht verstanden und ich sie nicht... aber trotzdem komme ich meinem Visum immer näher - der Weg dahin war ja auch lang und anstrengend genug ;)
Am Donnerstag fühlte ich mich wie in einem alten Westernfilm: vergilbte Ordner aus den 70er Jahren stapeln sich entlang der Wände, die früher einmal grün gewesen sein müssen, jetzt aber einfach nur noch schäbig und abgebröckelt wirken. Die Stühle sind alt und alles scheint so ungeordnet- Willkommen bei der costa ricanischen Polizei.
Hier wurden Fingerabdrücke von uns genommen und ich glaube, wir wurden in ein Register aufgenommen, sicher bin ich mir dabei aber nicht, da ich leider kaum etwas verstanden habe. Die Sachbearbeiterin war zwar sehr nett, doch ihr wurde recht schnell klar, dass ich von dem, was sie mich fragt, kaum etwas verstehe. So fragt sie mich nicht nach meiner Augenfarbe sondern fuchtelt vor mir herum, dass ich sie angucke und sie dann "verde" (grün) auf das Blatt schreiben kann. Da ich leider auch nicht mehr wusste, dass "taille" Größe bedeutet, schiebt sich mich zu einem Brett um mich zu messen.
Dazu kommt noch, dass einige Wörte hier halt nicht so benutzt werden wie ich sie zu Hause im Spanischunterricht gelernt habe. Hätte sie "gafas" gesagt, hätte ich verstanden, dass sie wissen möchte, ob ich eine Brille tragen, aber das Wort "lentes" habe ich vorher noch nie gehört... Beim Fingerabdrücke nehmen, machte sich dann niemand mehr die Mühe mir zu erklären, welchen Finger ich auf das Papier vor mir drücken soll. Man nimmt meine Hand, den jeweiligen Finger und drückt ihn dahin wo er hingehört. Als man schließlich wissen will, wo ich denn zur Zeit in Costa Rica wohne, komme ich an den kompliziertesten Punkt des Gespräches. Dass ich in einem Hostel wohne, stellt kein Problem dar, als ich dem Beamten allerdings den Namen und die Adresse des Hostels nenne, schaut er mich nur fragend an. Mit "Avenida 14" und "Calle 11" kann ein Costa Ricaner eben wenig anfangen, so ruft er im Hostel an um dann die "richtige" Adresse zu erfahren, die ungefähr so lautete "300 Meter westlich von dem Krankenhaus San Maria, einmal rechts rein, gelbes Haus mit grünen Eisenstäben". Nun ja, ich glaub das System werde ich nie verstehen...
Gestern waren wir dann, um uns ein wenig zu erholen und das grüne Costa Rica zu erleben, beim Vulkan Poas, der in einem Nationalpark nur 90 Min. von San José entfernt liegt.
Nach einer entspannten Busfahrt, die uns durch das erhoffte grüne Costa Rica führt, kommen wir zum Nationalpark. Dass der Eintritt 10 Euro beträgt, wundert uns kaum noch, wir gewöhnen uns allmählich an die hohen Preise. Da wir nur einige Stunden Aufenthalt haben, stapfen wir gleich los Richtung Vulkan. Es ist kalt und nass, aber das wussten wir zum Glück vorher, dementsprechend passende Kleidung haben wir mit. Wir genießen die Natur und fotografieren so ziemlich jede Pflanze-es ist ja schließlich unser erster Nationalparkbesuch in Costa Rica.
Nach dem kurzen Marsch kommen wir zum Aussichtspunkt, von dem man den noch heute aschespuckenden Vulkan sehen kann. Doch wir sehen nichts außer eine geschlossene Wolkendecke. Wir befinden uns in etwa 2.000 Meter Höhe und es ist Regenzeit- also wahrscheinlich keine Überraschung, dass man ins grauweiße Nichts starrt- uns war das allerdings vorher nicht so klar gewesen und wir sind deswegen ziemlich enttäuscht.
Na ja, nun haben wir immerhin noch mehr als genug Zeit den Rundgang durch den Nationalpark zu machen. Wir sehen viel Grün, aber leider kaum Tiere. Trotzdem tut es gut hier zu sein, die Luft ist zwar etwas dünn, aber trotzdem so viel angenehmer als in San José. Höhenluft macht müde und so verschlafe ich die Rückfahrt. Wieder in der Hauptstadt entdecken wir einen Markt, der leckeres Obst und Gemüse anbietet für relativ wenig Geld. Im Hostel angekommen lassen wir den Tag mit Pancakes, Eis und Früchten ausklingen. Ein schöner Tag, der Kraft gibt für die kommenden Tage :)
:D
AntwortenLöschenna du...hört sich ja nach leichter Resignation an...na zum Glück bist ja mit innerlicher Ruhe (Dickkopf) gesegnet ;) also auf ins Gewühl...das Amt ist wie ein großer "Wühltisch"...da is irgendwo dein Visum und ne Gastfamilie hängt bestimmt auch dran...achso...du solltest die "Titelfrage" umbauen nach--"Könnten Sie das anders formulieren?" :)
LG g.
hm na ja resignieren tue ich auf jeden fall noch nicht. wird schon alles gut? aber mit "g." kann ich so wenig anfangen!?
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