
Man kann nichts verkaufen, wenn man sein Produkt nicht genau kennt. Das dachte sich auch der Chef (Hugo) des Reiseveranstalters bei dem ich gerade mein Praktikum mache und so begleitete ich ihn einige Tage mit zwei österreichischen Touris. Eigentlich sollte ich die Rolle des Guides übernehmen, aber irgendwie wurde doch alles viel entspannter als gedacht.
Von Arequipa ging es mit meinem Chef auf ins siebzehn Stunden entfernte Lima, in die Hauptstadt Perus um am nächsten Morgen die beiden Österreicher am Flughafen zu empfangen. Keine Zeit zum Entspannen, keine Zeit um sich an die andere Zeitzone zu gewöhnen - Pauschaltouristen haben einen vollen Reiseplan.
Nach einer Stadttour durch Lima, die verschiedene Museumsbesuche beinhaltete, ging es weiter nach Pisco, also in die gleichnamige Stadt des bekannten alkoholischen Getränks. Man kann nicht in Pisco sein ohne diese leckere Flüssigkeit probiert zu haben. So ließen wir also den ersten Tag ausklingen.
Am nächsten Tag ging es dann auf die Islas Ballestas. Na ja, was heißt auf..eher an die Islas, denn man darf sie nicht betreten, nur umschiffen. Der Anblick dieses Naturreservates war atemberaubend und kann leider nicht auf den Fotos wiedergegeben werden. Solch eine Menge an Vögeln habe ich wohl noch nie gesehen. Die Sonne schien auf uns herab und ließ das Meer im schönsten Blau glitzern, die Seelöwen und Pinguine waren gerade auf Frühstücksfang. Einmalige Stimmung!
Nach diesem Erlebnis ging es weiter zu einem Weingut, na ja eigentlich einem Piscogut. Hier wurde uns erklärt wie aus den Trauben das in dieser Region so beliebte Getränk gemacht wird. Ohne anschließende Verkostung kann so eine Tour nicht enden „ Arriba, abajo, al centro, al dentro!“
Mit dem Bauch voller Pisco ging es auf eine Buggytour. Gut, dass ich vorher nicht wusste, was mich da wirklich erwartet. Man sitzt in einem Auto,das auf die wichtigsten Teile reduziert scheint und düst durch die Dünen der Wüste. Ich empfehle es übrigens niemandem nach einer Piscoverkostung diese Tour zu machen...
In der Wüste angekommen, schwangen sich dann alle aufs Brett um das „Sandboarding“ auszuprobieren. Rückentechnisch wohl eher ein Risiko, hielt ich mich lieber zurück und poste nur fürs Foto mal auf dem Brett ;)
Nach einige Museumsbesuchen mehr, einem leckeren Mittag an einem einsamen Strand und einer längeren Autofahrt, kamen wir in Nazca an. Hier befinden sich die bekannten Nazcalinien, geometrische, riesige Linien im Sand, die von oben betrachtet Figuren ergeben. Täglich starten kleine Flieger um die Touristen in die Höhen zu bringen aus der sie fleißig Fotos von den Figuren schießen können- all das zu einem Touri-Portemonnaie angepassten Preis, also absolut nicht in meinem Budget. So blieb ich auf der Erde während die beiden Österreicher durch die Luft schwirrten.
Am nächsten Tag ging es dann schon nach „Hause“, nach Arequipa und somit endete für mich die kleine Tour während die beiden Touristen noch einige Tage Peru vor sich hatten.
Was du nicht alles erlebst, Franzi! So ne Mentalität würde ich mir von meinem Arbeitgeber auch mal wünschen: um ein Produkt zu verkaufen, muss man es selbst erlebt haben :) Das mit dem Sand-Boarden hätt ich übrigens gerne mal ausprobiert, das mit dem Jeep eher nicht ^^
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