Während Johannes ein benachbartes Hostel führte, kümmerten Joe und ich uns um ein Restaurant und Hostel. Ein peruanischer Koch und ein Angestellter standen uns zur Seite, aber die Verantwortung lag bei uns.
Wir kümmerten uns um die Finanzen, den Einkauf, die Werbung und das irgendwie alles läuft. Auf jeden Fall war es eine neue Erfahrung und Chef spielen hat auch mal Spaß gemacht.
Hier einige Eindrücke:

Nach einigen Tage kamen die Besitzer zurück und für uns wurde es Zeit zu gehen - oder viel mehr zu Wandern, denn der Colca Canyon, die zweit tiefste Schlucht der Welt, bietet dafür perfekte Bedingungen. Joe und ich begaben uns auf ein Drei-Tage-Trek.
Da sich wie immer alles sehr spontan ergab, wussten wir erst am Nachmittag, dass wir frei hatten und unseren Trek beginnen konnten. Da uns nur noch wenige Stunden bis zur Dunkelheit blieben, liefen wir nicht wie die meisten Touristen von Cabanaconde nach San Juan und dann zur Oase sondern machten die Tour anders herum.
Von Cabanaconde (3.287 m) ging es hinein in die 3.200 Meter Schlucht, damit ist sie fast doppelt so tief wie der bekannte Grand Canyon in den USA.
Der Abstieg dauerte etwa drei Stunden, andere Menschen schaffen es auch in zwei Stunden, aber ich komme eben von der Küste und bin an die Berge eher weniger gewöhnt. Nach einigen längeren Fotostopps beeilten wir uns auf dem letzten Stück und trafen exakt mit der Dunkelheit in der Oase (2.160 m) ein. Nach dem Abendessen mit den anderen Touristen, die wir in der Oase trafen, fielen wir ins Bett, schließlich brauchten wir Kraft für den nächsten Tag.
Hier ein paar Bilder von unserem Abstieg und der Oase. Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme durften wegen der starken Sonne auf keinen Fall fehlen auch wenn Joe meinte, ich sehe aus wie ein Maulwurf...

Nach einem erfrischenden Bad im Pool der Oase brachen wir auf in Richtung des Dorfes Malata (2.450 m). Vor allem die ersten Meter machten mir zu schaffen, in diesen Höhen bleibt einem schnell die Luft weg und trotz Wanderstock mussten wir die eine oder andere Pause machen.
Leider zog schlechtes Wetter auf und statt in Malata oder Cosñirhua einen Stopp zu machen, wanderten wir weiter um vor dem Regen in San Jua de Chuccho anzukommen. Wir gingen durch märchenwaldähnliche Landschaften und kamen nach einer fünf stündigen Wanderung in einem kleinen Hostel in San Jua de Chuccho an. Für den nächsten Tag stnd uns der härteste Aufstieg des Treks bevor, doch schon am Abend spührte ich den Muskelkater deutlich. Da uns bereits mehrere peruanische Guides vorher gesagt hatten, dass der Weg von San Jua de Chuccho rauf nach Cabanaconde hart sei, war mir klar, dass ich ihn als unerfahrene Trekkerin niemals schaffen würde. Ich gab mich geschlagen und wir entschieden uns den Aufstieg am nächsten Tag auf einem „Mula“ (Kreuzung aus Esel und Pferd) zu machen.

Am dritten und letzten Tag unserer Wanderung ging es schon um fünf Uhr morgens für uns los, da mit der Hitze des Tages der Aufstieg nicht möglich wäre. Nach einer 45 Minütigen Wanderung setzten wir uns auf unsere Mulas und konnten so den eigentlich anstrengenden Aufstieg geniessen. Nun ja, was heisst geniessen. Auf so einem Mula wackelt es ordentlich und, wenn es neben einem hunderte von Meter heruntergeht, ist man an einigen Stellen vielleicht nicht ganz so entspannt. Ich muss aber sagen, diese Mulas haben Power und sind geschickt und so legte ich mein Vertrauen ganz in ihre Hufen.

Nach nur drei Stunden verließen wir die Schlucht und wurden mit einem wunderschönem Rundumblick über die Berge begrüßt. Ab hier ging es für uns wieder zu Fuß weiter und nach einem kleinen Schläfchen machten wir uns auf den kurzen Restweg bishin zu unserem Startpunkt- Cabanaconde.

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