Freitag, 13. August 2010

Ich habe ein zu Hause!

Hier wohne ich nun also bis Dezember. Meine Mitbewohnerin ist 29 Jahre alt, super nett und irgendwie ständig aktiv... Arbeit, Balett, Gesangsunterricht, Uni...puh..
Die ersten Unitage habe ich auch hinter mich gebracht, ich habe jetzt immer von Dienstag bis Donnerstag Vorlesungen- also ziemlich angenehm.
Eine Vorlesung geht hier dann aber auch mal locker 3 Stunden- sofern dann der Lehrer kommt, es keine Demonstrationen gibt oder die Vorlesung aus irgendwelchen anderen Gründen verkürzt wird.. Ich hatte diese Woche auf jeden Fall ziemlich wenig Unterricht ;)
Ein Fach fand dann wenigstens auch einmal ein wenig länger als 10 Minuten statt, verstanden hab ich allerdings kaum was.. Die Klimaanlagen in den Räumen sind ziemlich laut, aber ich fürchte es lag nicht nur daran.
Irgendwann ging der Lehrer mal kurz raus, ich glaub um etwas zu kopieren und plötzlich stürzten alle an die Tafel und schrieben kreuz und quer Nummern und Namen. Auf mich wirkte das mehr als chaotisch, vor allem weil ich nicht verstand was sie da überhaupt taten.
Irgendwann bekam ich mit, dass sie so ihre Präsentationsgruppen festlegen. Während in Deutschland also wohl eher darüber abgestimmt worden wär, welches Thema wer bekommt um es dann fein säuberlich untereinander an der Tafel zu notieren, lösen die Ticos das hier ein wenig anders ;)
Aber am Mittwoch in meiner Vorlesung "comunicación intercultural" (sie ist in englisch!) habe ich gelernt, es gibt keine verhaltensweisen, die besser oder schlechter sind, sie sind eben nur anders ;)
Nun ja, ich bin auf jeden Fall auch in irgendeiner Präsentationsgruppe untergekommen- und sie tut mir jetzt schon Leid..
Nächste Woche fahren wir von einem Kurs aus in einen Nationalpark. Das wird bestimmt interessant, auch wenn mir bisher noch nicht ganz klar ist, was dort genau unser Auftrag ist..
Jetzt genieß ich auf jeden Fall mein langes Wochenende. Schließlich sind Dienstag auch wieder Demonstrationen und der Unterricht fällt aus- nun ja, tranquilo..
Morgen geht es erst einmal an den Strand :)

Samstag, 7. August 2010

Playa Hermosa


Heute ist Mandys Geburtstag und den haben wir in Playa hermosa ("schöner Strand") verbracht. Nur 30 Min. entfernt von Liberia haben wir heute unser kleines Paradies gefunden- ein Palmenstrand, der zum Baden einlädt und dabei die Sorgen der letzten Wochen und Monate vergessen lässt.
Gestern haben wir uns einige Zimmer angeguckt und Montag wird dann wohl jede von uns in ihr neues "Heim" ziehen.
Gleich werden wir mit Wagner (unser "Liberia Guide") und seinen Freunden den Tag bei einem Bier ruhig ausklingen lassen...

Donnerstag, 5. August 2010

Endlich da!

So, nun hab ich es gefunden, das wohl schönere Costa Rica. Nach 2 Wochen San José atme ich nun auf- ich bin nach fast fünf Stunden Busfahrt in Liberia angekommen :)
Eines habe ich gelernt: Kennst du einen, kennst du viele. Andrés aus San José hat es organisiert, dass wir hier in Liberia von der Busstation von seinem Kumpel (Wagner) abgeholt wurden.
Da wir einfach zu viel Gepäck für sein Auto hatten, hat er widerrum einen Kumpel angerufen. So sind wir mit zwei Autos durch Liberia getingelt. Sie haben uns geholfen ein Hostel für einen fairen Preis zu bekommen- für die ersten Nächte, da wir hoffentlich bald eine Unterkunft haben. Danach ist er mit uns so ziemlich jede Straße in Liberia abgefahren- es ist halt eine Kleinstadt. Hier ist es aber so viel netter al in San José,es ist nicht so gefährlich, es gibt nicht so viel Verkehr und trotzdem hat man hier wohl alles was man braucht. Nach der sehr ausgiebigen Tour mit ziemlich vielen Tipps, haben wir ihn eingeladen zum Essen. Jetzt sitzen wir in unserem Hostel.
Wir waren heute auch bei einem Kumpel von Wagner,der zwei Labradore hat. Er meinte, wenn wir wollen können wir mit ihnen ab und zu Gassi gehen- ich glaube darauf werde ich noch einmal zurückkommen.
Morgen wollen wir uns die Uni etwas genauer anschauen- Wagner holt und ab und fährt uns hin. Außerdem wird er uns wohl ein paar Möglichkeiten zeigen wo wir vielleicht unterkommen könnten.
Es ist wirklich verrückt, die Menschen sind hier einfach so nett zu uns und wollen dafür nie etwas haben- wir fühlen uns schon fast etwas schuldig, weil es schwer ist ihnen für ihre Mühen etwas zurück zu geben.

Mittwoch, 4. August 2010

Fiesta

Was für ein Tag

Gestern waren Steffi und ich im Außenministerium um unser Führungszeugnis und unsere Geburtsurkunde unterschreiben zu lassen.
Nach endlosen Wartezeiten, und schon ziemlich blanken Nerven, kam ich endlich zu dem Schalter an dem ich die Unterschriften bekommen sollte. STeffi war fertig und auch bei mir machte die Beamtin die notwendigen Schritte. Als ich dachte ich wäre nun fertig und sie würde mir meine Dokumente zurückgeben,fragt sie nach meinen Namen, man würde mich gleich aufrufen. Ich verstand nicht weshalb, ich hatte das Gleiche gemacht wie Steffi und bei ihr war alles okay, sie hatte die unterschriebenen Dokumente. Nun wartete ich also wie bestellt und nicht abgeholt bis eine deutschsprachige Frau auf mich zu kam und mich fragte wo denn das Problem liege. Ich erklärte ihr,dass ich das auch nicht wisse und einfach die unterschriebenen Dokumente für das Visum zurückhaben möchte. Sie ging wieder mit meinen Dokumenten davon und redete mit einigen Leuten in verschiedenen Büros. Ich bekam schon ein schlechtes Gefühl.. Nach einigen Minuten erklärte sie mir,dass ich mein Führungszeugnis wieder mitnehmen kann,dass es aber ein Problem mit der Geburtsurkunde gäbe.
Das Dokument wäre für einen Visumsantrag nicht gültig,da eine Unterschirft aus Deutschland von der Costa Ricanischen Botschaft fehlen würde. Sie zeigte mir das Blatt und tatsächlich,es war alles ausgefüllt, es gab den Stempel aus Duetschland,aber man hatte vergessen zu unterschreiben. Sie meinte es würde einen Monat dauern bis der Prozess beendet wäre und ich mein Dokument korrekt entgegennehmen könnte,aber ich brauchte es doch morgen für den Visumsantrag in der Uni.
Ohne Visum darf man nicht studieren,da gibt es keine Ausnahmen. Für einen kurzen Moment brach die Welt für mich zusammen. Nach all den vielen Problemen nun also noch das...
Die Frau war sehr nett und so sollten wir auf einen anderen Mann warten der entscheiden würde, was nun passiert. Ich wartete über eine Stunde und es ist ein schlechtes Gefühl, wenn man nicht weiß, was passieren wird..
Nach ziemlich viel hin und her, hat sich das Problem einigermaßen gelöst. Da es ein Fehler der Btschaft war,kümmert sich diese darum,dass das Dokument wieder nach Deutschalnd geschickt wird und danach wieder hierher. Die Frau hat auch in der Uni angerufen udn das Problem erklärt, nun reicht eine Kopie der Geburtsurkunde für den Visumsantrag hier. Ich warte nun einen Monat und dann mal schauen was passier. Für den Moment ist alles gut und ich kann morgen endlich aufbrechen Richtung Liberia :) :)
Nach diesem schlechten Tag,tat Ablenkung am Abend echt gut. Wir saßen mit dem "Hostelpapa" und seinen Freunden zusammen und ich habe meine ersten costa ricanischen Biere (Imperial) getrunken- schmeckt ganz gut. Später wollten die Jungs uns etwas "typisch costa ricanisches" zeigen. es kamen mariachis, das sind diese mexikanischen Sänger, die für dich singen und auf ihren Instrumenten spielen, wenn du sie bezahlst. So haben wir einige Ständchen bekommen und wir hatten echt Spaß.
Danach waren wir in einer Karaoke Bar und haben gesungen und Merengue getanzt. Es war ein schöner Abend.
Heute jat uns einer der Ticos geholfen eine costa ricanische SIM Karte zu kaufen. Für Ausländer ist es schwer hier eine zu bekommen, man braucht einen costa ricanischen Perso.
Er hat uns auch ziemlich viele Tipss für Liberia gegeben. Es ist glaube ich ganz gut jemanden hier zu kennen, man erfährt mehr über das Leben hier und ist nicht so verloren.
Heute Abend gehen wir vielleicht noch Ceviche essen und morgen geht es los nach Liberia- mal sehen was uns dort so erwartet :)

Sonntag, 1. August 2010

Eindrücke

Puede repetir, por favor?

... bedeutet so viel wie "Können Sie das bitte wiederholen?" und ist ein ziemlich häufig benutzter Satz von mir in dieser Woche.
Seit meinem letzten Eintrag habe ich ziemlich viele Ämter von innen gesehen, ich habe viel Zeit damit verbracht einfach nur zu warten bis mein Name irgendwo aufgerufen wird, ich bin auf viele Beamte gestoßen, die mich nicht verstanden und ich sie nicht... aber trotzdem komme ich meinem Visum immer näher - der Weg dahin war ja auch lang und anstrengend genug ;)
Am Donnerstag fühlte ich mich wie in einem alten Westernfilm: vergilbte Ordner aus den 70er Jahren stapeln sich entlang der Wände, die früher einmal grün gewesen sein müssen, jetzt aber einfach nur noch schäbig und abgebröckelt wirken. Die Stühle sind alt und alles scheint so ungeordnet- Willkommen bei der costa ricanischen Polizei.
Hier wurden Fingerabdrücke von uns genommen und ich glaube, wir wurden in ein Register aufgenommen, sicher bin ich mir dabei aber nicht, da ich leider kaum etwas verstanden habe. Die Sachbearbeiterin war zwar sehr nett, doch ihr wurde recht schnell klar, dass ich von dem, was sie mich fragt, kaum etwas verstehe. So fragt sie mich nicht nach meiner Augenfarbe sondern fuchtelt vor mir herum, dass ich sie angucke und sie dann "verde" (grün) auf das Blatt schreiben kann. Da ich leider auch nicht mehr wusste, dass "taille" Größe bedeutet, schiebt sich mich zu einem Brett um mich zu messen.
Dazu kommt noch, dass einige Wörte hier halt nicht so benutzt werden wie ich sie zu Hause im Spanischunterricht gelernt habe. Hätte sie "gafas" gesagt, hätte ich verstanden, dass sie wissen möchte, ob ich eine Brille tragen, aber das Wort "lentes" habe ich vorher noch nie gehört... Beim Fingerabdrücke nehmen, machte sich dann niemand mehr die Mühe mir zu erklären, welchen Finger ich auf das Papier vor mir drücken soll. Man nimmt meine Hand, den jeweiligen Finger und drückt ihn dahin wo er hingehört. Als man schließlich wissen will, wo ich denn zur Zeit in Costa Rica wohne, komme ich an den kompliziertesten Punkt des Gespräches. Dass ich in einem Hostel wohne, stellt kein Problem dar, als ich dem Beamten allerdings den Namen und die Adresse des Hostels nenne, schaut er mich nur fragend an. Mit "Avenida 14" und "Calle 11" kann ein Costa Ricaner eben wenig anfangen, so ruft er im Hostel an um dann die "richtige" Adresse zu erfahren, die ungefähr so lautete "300 Meter westlich von dem Krankenhaus San Maria, einmal rechts rein, gelbes Haus mit grünen Eisenstäben". Nun ja, ich glaub das System werde ich nie verstehen...
Gestern waren wir dann, um uns ein wenig zu erholen und das grüne Costa Rica zu erleben, beim Vulkan Poas, der in einem Nationalpark nur 90 Min. von San José entfernt liegt.
Nach einer entspannten Busfahrt, die uns durch das erhoffte grüne Costa Rica führt, kommen wir zum Nationalpark. Dass der Eintritt 10 Euro beträgt, wundert uns kaum noch, wir gewöhnen uns allmählich an die hohen Preise. Da wir nur einige Stunden Aufenthalt haben, stapfen wir gleich los Richtung Vulkan. Es ist kalt und nass, aber das wussten wir zum Glück vorher, dementsprechend passende Kleidung haben wir mit. Wir genießen die Natur und fotografieren so ziemlich jede Pflanze-es ist ja schließlich unser erster Nationalparkbesuch in Costa Rica.
Nach dem kurzen Marsch kommen wir zum Aussichtspunkt, von dem man den noch heute aschespuckenden Vulkan sehen kann. Doch wir sehen nichts außer eine geschlossene Wolkendecke. Wir befinden uns in etwa 2.000 Meter Höhe und es ist Regenzeit- also wahrscheinlich keine Überraschung, dass man ins grauweiße Nichts starrt- uns war das allerdings vorher nicht so klar gewesen und wir sind deswegen ziemlich enttäuscht.
Na ja, nun haben wir immerhin noch mehr als genug Zeit den Rundgang durch den Nationalpark zu machen. Wir sehen viel Grün, aber leider kaum Tiere. Trotzdem tut es gut hier zu sein, die Luft ist zwar etwas dünn, aber trotzdem so viel angenehmer als in San José. Höhenluft macht müde und so verschlafe ich die Rückfahrt. Wieder in der Hauptstadt entdecken wir einen Markt, der leckeres Obst und Gemüse anbietet für relativ wenig Geld. Im Hostel angekommen lassen wir den Tag mit Pancakes, Eis und Früchten ausklingen. Ein schöner Tag, der Kraft gibt für die kommenden Tage :)