Dienstag, 21. Dezember 2010

Meine ersten Tage in Ecuador


... hatte ich mir anders vorgestellt.
Joe holte mich am Flugahfen ab, mit einem Blumenstrauss- und einer schlechten Nachricht. Seine Bronchitis ist so schlimm geworden, dass der Arzt meinte, er muesse noch am gleichen Tag ins Krankenhaus.
So verbrachte ich also meinen ersten Tag in Ecuador: in Joes Apartment, Koffer abstellen, Koffer packen fuer die naechsten drei Tage Krankenhaus, Arzt treffen, kleine Stadttour aufm Weg zur Klinik..
Im Krankenhaus kann dann keiner Englisch, man muss sich also mit seinem Spanisch durchschlagen. Irgendwann nach einem kleinen buerokratischen Kleinkrieg haben wir endlich ein Privatzimmer. Joe das Krankenhausbett, ich eine kleine Besuchercouch, Kuehlschrank, Fernseher, eigenes Bad, Rund-um-die-Uhr-Service. Fast ein wenig Urlaub, trotzdem sind wir nach den Tagen froh dort rauszukommen und endlich sehe ich ein wenig mehr von der Stadt.

Wir waren auf einem Friedhof, der groesste und schoenste, den ich je gesehen habe. Nicht umsonst wird er auch "la ciudad blanca" (die weisse Stadt) genannt.
Danach sind wir noch in den Parque de Iguanas. Da laufen einfach hunderte von ihnen frei herum und lassen sich anfassen- sie sind eben schon sehr an die Menschen gewoehnt..
Gleich daneben steht die Catedral de Guayaquil, wirklich schoen.
Samstag Abend waren wir bei einer kleinen Weihnachtsfeier von Joes Freunden hier. Auch wenn bei uns absolut keine Weihnachtsstimmung aufkommt, geben wir doch unser bestes ;) Der Abend war schoen, aber irgendwie wohl auch anders als er in Duetschland ablaufen wuerde. Der Vater vom Gastgeber war da und hielt eine recht emotionale Rede (soweit ich es verstehen konnte). Ausserdem wurden Geschenke untereinander ausgetauscht und was mich besonders beruehrte, dass sie sogar an mich gedacht hatten. So bekam ich ein Armband,was mich wohl immer an die schoene Zeit hier erinnern wird.
Nach dem Geschenkeaustausch hielt dann noch jeder eine kleine Rede, es ging sogar einigermassen gut mit meinem Spanisch. :)
Danach wurde getanzt, natuerlich auch Merengue und Salsa. Nun ja,der Hueftschwung will bei mir immer noch nicht so richtig, aber ich habe ja noch ein wenig Zeit...

Ansonsten muss ich sagen, dass mir Ecuador oder viel mehr Guayaquil vom ersten Eindruck sehr gut gefaellt und es ist interessant Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Costa Rica zu finden.
Dadurch,dass Guayaquil natuerlich viel groesser ist, gibt es hier einfach mehr (wenn auch immer noch sehr wenig)kulturelles Leben. So fand am Wochenende z.B. ein Festival de la musica statt und montags gibt es in der Uni kulturelle Abende. Gefaellt mir!

Ausserdem gefaellt mir das Stadtbild viel besser. Waehrend San Jose wirklich grau und dreckig wirkte,gibt es hier wirklich viele huebsche Gebaeude, kleine Parks zum Erholen, die wirklich schoen angelegt sind. Es gibt natuerlich haessliche Ecken wie in jeder anderen Stadt auch, aber man findet eben auch Plaetze zum Entspannen. Gefaellt mir!

Was das Essen angeht, habe ich leider noch nicht so viel Typisches gegessen,aber auch der Reis gehoert hier zu jeder Mahlzeit dazu. Gefaellt mir langsam nicht mehr! Dafuer gibt es hier ab und zu zum Reis auch noch Kartoffeln. Gefallt mir sehr! Und das Essen ist hier im Vergleich zu Costa Rica viel guenstiger. Der costa ricanische Mensafrass (reis, Fleisch, Bohnen, Getraenk,Obst) hat immer gute 3 Dollaer gekostet, hier bekommt man eine Suppe, Hauptgericht (Reis, manchmal plus Kartoffeln, Fleisch) und ein Getraenk fuer 1.75Dollar. Finde ich sehr gut!

Das Spanisch unterscheidet sich auch ein wenig von dem in Costa Rica, hier werden natuerlich ganz andere Slang Woerter benutzt. Die groesste Umstellung mit der ich allerdings zu kaempfen habe ist die, dass man in Costa Rica jeden gesizt hat (Eltern sizen sogar ihre Kinder..), hier ist es aehnlich wie in Duetschland, nur Respektpersonen werden mit Sie angesprochen. Momentan denken wahrscheinlich viele Menschen hier ich waere extrem hoeflich, in Wirklichkeit ist es mir einfach gar nicht bewusst, dass ich eben Kommilitonen von Joe sizen statt duze. Sprachumstellung!? Weiss ich noch nicht, ob mir das gefaellt..

Montag, 13. Dezember 2010

Karibik und die letzten Tage in Costa Rica



Wo ist die Zeit geblieben? Die letzten fuenf Monate scheinen im Fluge vergangen zu sein.. Die letzten Hausarbeiten wurden abgegeben, die letzten Pruefungen abgelegt, alle Kurse bestanden.. Uni ist vorbei in Costa Rica!
Das Ende des Semsters wurde dann natuerlich kraeftig gefeiert. Bei Kommilitonen wurde sich getroffen und der letzte Abend in dieser Runde zusammen verbracht. Lustig wars auf jeden Fall,man hat schon einige liebe Menschen kennengelernt.
Nach der Party um 3Uhr nachts sind wir (steffi,Mandy und ich) und 2 Kommilitonen dann Richtung Limon aufgebrochen. Es lagen also gute 8 Stunden Busfahrt vor uns..
Da die beiden Typen (Waldin und Gerardo) dort beim Canopy arbeiten, hatten wir das Glueck mit ihnen kostenlos eine Tour zu machen (sonst kostet das 100 Dolllar..verrueckt!).
Nach einem langen und anstrengend Aufmarsch wurden wir mit einem herrlichen Blick ueber die Stadt Limon belohnt, ausserdem gab es Bananen frisch vom Baum gepflueckt als kleine Staerkung. Ich wuerde sagen, die besten Bananen, die ich wohl je gegessen habe!?
Dann ging es ueber einige Leinen wieder abwaerts. Da ich ja schon einmal die Moeglichkeit hatte Canopy zu machen, war es nicht mehr ganz so Nervenkitzel wie beim ersten Mal, Spass hatten wir aber auf jeden Fall.
Danach ging es schnell in den Supermarkt, Eindecken mit dem Noetigsten. Wir Maedels hatten keine Vorstellung was uns als naechstes genau erwartet, aber kurze Zeit spaeter sassen wir schon in einem Boot Richtung einsame Insel vorm Hafen Limons. Dort angekommen,war es leider schon so dunklen,dass man nicht mehr viel erkennen konnte- aber so viel gab es da ja auch nicht. Es gibt lediglich ein Haus, was von einem Mann und seinen Tieren bewohnt wird. Er ist eine Art Waechter des Gebaeudes,was spaeter einmal als Museum genutzt werden soll.
Den Abend sassen wir dann auf dieser Insel, unter Sternenhimmel mit Blick auf Limons Hafen und mehr brauchte man auch nicht. Es war wirklich so schoen!
Der Mann hatte uns angeboten,dass wir alle in seinem Haus schlafen koennen,allerdings hatten wir uns die Raeume mal angeschaut und uns dann doch dazu entschlossen erst einmal es zu versuchen unter Sternenhimmle zu schlafen. Irgendwann mitten in der Nacht sind wir dann aber bibbernd aufgewacht (Limon ist eben viel kaelter als Liberia und auf si einer einsamen Insel gibt es ja auch nicht so viel Windschutz..) und haben uns doch fuer das Haus entschieden. Da es dunkel war, konnten wir die Kakarlaken um uns herum wenigstens nicht sehen. Es war eher eine kurze Nacht unter diesen Umstaenden und so sind wir dann mit Sonnenaufgang raus in die Sonne und haben gefruehstueckt. Es war schon eeher so ein Back-to-the-roots- feeling dort. So ohne Duschen, nur Natur um uns herum sassen wir dort und zerschnitten unsere Fruehstuecksfruechte mit dem Taschenmesser.. Danach gab es noch Kraeutertee vom Waechter, frisch gepfluckte Bananen und Kokosnuss. Als die Sonne genug Helligkeit spendete sind wir dann also aufgebrochen zu einer kleinen Inselbesichtigung- klein aber schoen.
Am Morgen ging es dann wieder mit dem Boot zurueck in die Stadt- ziemlich haesslich und auch eher gefaehrlich. Somit entschlossen wir uns dann weiter zu fahren nach Cahuita.
Ein kleines Dorf, etwa 3 Stunden Busfahrt entfernt, direkt an der Karibikkueste. Dort haben wir uns dann einen Tag im Nationalpark am Strand gegoennt (wenn man die Tricks kennt,muss man auch kein Eintritt bezahlen).
Naechsten Tag ging es dann ins naechste Dorf, ein wneig groesser,ein wenig mehr Touri: Puerto Viejo. Dort haben wir Maedels in einem kleinen Bungalow gewohnt,nur wneige Meter vom Wasser entfernt. Nachdem wir auch dort einfach nur faul am Strand rumlagen,ging es leider auch schon wieder zurueck nach Liberia.
Das war wirklich ein super Wochenende- viel erlebt und dafuer nicht mal viel bezahlt. Man muss nur die richtigen Leute und die Tricks kennen ;)
In Liberia gab es dann einen Abend in Mandys Gastfamilie ein Abschiedsessen, wie sollte es anders sein: Arroz con pollo (Reis und Haehnchen). Es war ein schoener Abend, viel gegessen, viel gelacht, viel getanzt (auch zu deutscher Musik!).
Den darauffolgenden Abend gab es dann meine kleine "Abschiedsfeier". Wir waren alle Sushi essen und hatten einen genialen Abend. Da schon VOR dem Essen ein wenig traurige STimmung aufkam, fuehrte Eugenia das Motto ein "mejor de estar borracho de estar triste" (lieber betrunken als traurig..)...
Naechstes Morgen brachte mich Eugenia dann zum Bus, einige Traenen rollten,aber ich musste mich ja aufmachen in die Hauptstadt um mein Visum endlich zu bekommen.
Nun bin ich also hier in San Jose bei Mo,der hier sein Praktikum macht und mich liebenswuerdigerweise aufnimmt uebers Wochenende. Mein Visum habe ich jetzt in der Tasche und so konnte ich die letzten Tage ganz unbeschwert geniessen.
Mo und ich waren hier beim Festival de la luz. Nun ja,ich weiss nicht so recht wie ich es beschreiben soll. Viele Menschen draengeln sich auf den Strassen um etwas von der Parade zu sehen. Viele stehen auf Plastikstuehlen(Mo und ich natuerlich auch..man will ja dazu gehoeren) um dann doch wenigstens eine Idee davon zu bekommen, was dort gerade an einem vorbeizieht. Ich hatte mir von dem Festival ehrlich gesagt etwas mehr erwartet. Lichterfestival- das bedeutet in Duetschland special Effects, Leuchtkegel, Lasershow.. Hier stolzieren Musiker die Strasse entlang mit einem LED Licht in den Haaren und die Menschen rasten aus. Es gab einige Festwagen, die zwar beleuchtet waren, aber sonst irgendwie eher keinen Sinn zu machen scheinen. Ach,aber die Leute fanden es toll und es ist doch auch schoen sich ueber eher einfache Sachen zu freuen :)
Gestern waren Mo und ich dann in der Stadt um irgendwie in Weihnachtstsimung zu kommen.. Ohne Adventkalender, Nikolaus, Plaetzchen, Weihnachtsbaum, Kaelte und Schnee faellt es mir dieses Jahr doch eher schwer.. aber wir haben es wenigstens versucht (siehe Fotos).
Morgen frueh um 8.30Uhr geht mein Flieger Richtung Ecuador und damit ist meine Zeit hier nun endgueltig vorbei.

Auch wenn sicherlich einige Dinge in den letzten Monaten passiert sind, die eher nicht so schoen waren, so hatte ich hier doch eine unvergessliche Zeit, die ich nicht missen moechte. Ich bin froh, dass mir die Moeglichkeit gegeben wurde, das hier machen zu koennen und freue mich schon auf die folgenden Monate.

Freitag, 12. November 2010

Jetzt bloss nicht stressen lassen!



2 Wochen Uni noch!! 4 Wochen Costa Rica noch!! Wo ist die Zeit geblieben!?

Da ich nun also in der endgueltigen Schlussphase meines Studiums angekommen bin, kann man nun langsam auch von Unistress reden. Alle Pruefungsleistungen sind auf die letzten Wochen gelegt und somit verliert man ab und zu schon mal den Ueberblick fuer welches Fach man jetzt noch was machen muss. Vor allem muss man sich hier an die Arbeitsweise der Costa Ricaner gewoehnen, was mir manchmal schwerfaellt.. Ich meine, ich lass mich ja schon nicht stressen, aber die Gelassenheit,die die Leute hier an den Tag legen, nee, da komme ich oftmals nicht mit...

Aber keine Angst, neben dem Studium moechte ich natuerlich immer noch das Land geniessen, deswegen habe ich mir letztes Wochenende gedacht, ob man nun in seinem Kaemmerchen am PC sitzt und arbeitet oder in der Sonne am Pool mit nem Cocktail in der Hand ;)

Letztes Wochenende ging es dann also zu einem Strandhaus, das ein Freund von Rodrigo gemietet hatte.
Ich hatte ja schon relativ viel erwartet, aber das was ich da vorgefunden habe, war schon wirklich traumhaft.
Das Haus gehoert zu einem Resort und die Anlage war einfach der Hammer. Vor allem die Poollandschaft hat mich begeistert. Aber natuerlich hatte ich auch meinen Laptop mit dabei um nebenbei die Hausarbeit,die zu dieser Woche faellig war, fertig zu schreiben. Ganz kann man das Studium ja doch nicht ausblenden.

Dieses Wochenende muss ich auch ein paar Sachen fuer die Uni machen, aber bei dem Sonnenschein faellt das natuerlich schwer. Also ging es heute zum Strand, arbeiten kann ich ja auch noch einen anderen Tag ;)
Steffi, Deyma (bei der wohnt Steffi) und ich waren am Playa Blanca. Das Problem ist nur, dass man zu dem Strand nur ueber ziemlich viele Stufen gelangt und Bewegung erscheint mir bei dieser Hitze als so das letzte wodrauf ich Lust habe. Der Weg hatte sich aber wirklich gelohnt, weisser Sand, blaues kuehles Wasser und die Sonne ueber uns.
Nur die Aussicht auf den Rueckweg war nicht so prickelnd. Zum Glueck hatten 2 Typen, die Jetski hatten Mitleid mit uns und schlugen uns vor doch einfach mit ihnen auf dem Jetski zum naechsten Strand zu fahren, da waere der Weg dann nicht mehr so anstrengend.
Ich bin vorher noch nie Jetski gefahren und die Erlaeuterung wie das Ding funktioniert oder wodrauf ich achten muss fiel eher spaerlich aus ("hier ist das Gas und los gehts").
Es hat so Spass gemacht!!! Ich haette nicht gedacht,dass ich mich dafuer so begeistern kann- aber das Gas einfach mal voll durch gedrueckt und ueber die Wellen gebrettert. Was fuer ein Gefuehl! Leider war die Fahrt viel zu kurz, doch fuer mich stehtfest, dass ich das irgendwo unbedingt noch einmal machen muss...

Mittwoch, 3. November 2010

Got it!

..oder besser gesagt: got them!

1.Nach langem Flugpreisvergleichen habe ich nun endlich mein Ticket nach Ecuador. Obwohl es ja gar nicht soweit von Costa Rica nach Ecuador ist, bezahlt man in Latein Amerika unsagbar viel fuer Fluege..Aber nun ist es endlich fest, ich fliege am 14.12. von San Jose nach Guayaquil zu Joe. Das heisst auch,dass ich jetzt nur noch 6 Wochen hier bin- die Zeit rennt.

2. Nachdem ich jede Woche meine Meinung geaendert hatte, in welchem Land (?China, Thailand, Costa Rica, Ecuador, Chile, Argentinien...?) ich naechstes Jahr mein Praktikum machen moechte, hab ich letztes Wochenende dann beschlossen,dass es so nicht weitergehen kann...
Also Auslandsberichte gelesen von Studenten, die ihr tourismusorientiertes Praktikum schon mal im Ausland gemacht haben und auf eine ganz neue Idee gekommen: Peru! Habe dort einen Reiseveranstalter gefunden, der mich sehr interessiert. Also hab ich mich mal aufgerafft die letzten Unterlagen auf Spanisch zu uebersetzen und sie dort einfach mal hinzumailen. NAch zwei Tagen kam dann die positive Zusage- es muss ja auch einmal was klappen :)

Also, ich mache mein Praktikum ab dem 1.2. in Arequipa, im Sueden Perus beim Reiseveranstalter www.suedamericatour.com . Die Stadt soll sehr schoen sein und der Jefe des Unternehmens meinte schon,dass ich dann bestimmt auch mal auf ner Tour die Touris begleiten kann :) Ich bin gespannt!

Jetzt heisst es noch fuenf Wochen Popo zusammenkneifen (Hausarbeiten, Praesentationen, Examen...) um dann noch eine Woche in Costa Rica zu entspannen bevor es nach Ecuador geht und Mitte Januar dann etwa nach Peru.

Freitag, 29. Oktober 2010

Gira Impacto und Floating



Diese Woche ging es mit dem Master Kurs auf Exkursion. In der Gegend wird der Bau einer grossen Hotelanlage geplant und unsere Aufgabe ist zu analysieren, ob die Communities, die von dem Tourismus sicher profitieren koennen, ihr Angebot auch wirklich nachhaltig anbieten. Um das einschaetzen zu koennen, mussten wir natuerlich erst einmal selber das Touri Programm mitmachen ;)
Um 6Uhr morgens sollte es mit dem Unibus losgehen, natuerlich ganz tico like sind wir dann um 7 Uhr aufgebrochen. Nach einer Stunde bangen, ob wir auch wirklich unser Ziel erreichen wuerden oder doch gleich an der naechsten Windschutzscheibe kleben wuerden, konnten wir aufatmen und kamen in einer kleinen Community an.
Es gab eine kleine Fuehrung durchs Dorf mit Erklaerungen wo sich was befindet und wie die Menschen dort leben. Ich war leider noch zu verschlafen um wirklich was aufnehmen zu koennen.
Danach ging es dann mit dem Boot weiter. Sonne ueber uns, blaues Wasser unter uns, schoenste Landschaft um uns- so laesst es sich leben.
Der Guide hat uns auf der Bootstour ein wenig was ueber die natuerlichen Gegebenheiten in dem Gebiet erklaert. Das Programm ist vor allem aufs Whale-Watching ausgelegt,leider hatten wir kein Glueck.
Schliesslich haben wir einen Stopp an einem verlassenen Sandstrand eingelegt. Der Sand einfach so weiss und unberuehrt, das Wasser so klar und kalt, einfach die perfekt Abkuehlung bei der Hitze.
Dann ging es auch schon wieder zurueck ans Land um Mittag zu essen (von mir sehnlichst erwartet!). Gegrillter frischer Fisch mit Salat (ja, kein Reis und keine Bohnen!?). Einfach super lecker!
Danach ging es weiter zu einer weiteren Community. Dort zeigte uns dann ein Bewohner ganz stolz seinen Garten mit einer Vielfalt an Pflanzen. Wirklich beeindruckend.
Ausserdem konnte ich einen Kakadu in einem Baumwipfel entdecken- den ersten, den ich in freier Wildbahn sehe. Wirklich huebsch,aber irgendwie habe ich sie mir groesser vorgestellt.
Es war wirklich ein toller Tag, aber an die Arbeit, die ich ueber den Tag erstellen muss, mochte ich gerade nicht denken...

Gestern Abend war ich dann auf einer Halloween Party. Ja ich weiss, Halloween ist Sonntag,aber das scheint hier niemanden zu stoeren. Hier feiert man ja sogar Geburtstage vor.
Ich hatte schon damit gerechnet, dass diese Part vielleicht etwas seltsam sein wird, schon alleine deswegen,weil die Leute aus meinem Kurs, die sonst eigentlich immer Lust haben auf Partyhaben, nicht vorhatten zu kommen, weil sie die leute "extraño" (seltsam) finden. Letztlich haben sich dann doch zwei Typen gefunden,die mit uns hingehen wollten,scliesslich wollte ich mir selbst mal ein Bild machen wie die Leute da so drauf sind.
Die Musik war auf jedne Fall seltsam (aber keine Salsa Musik find ich auch ma ganz gut..), die Leute waren ziemlich alternativ (was ich persoenlich ziemlich syphatisch fand) allerdings teilweise einfach zu betrunken oder stoned oder was auch immer..
Na ja, auf jeden Fall war die Party nicht schlecht oder gut sondern eher einfach mal wieder anders...

Heute war ich dann mit Steffi auf ner Tour- allerdings natuerlich nur aus Recherchezwecken fuer die Uni. Erwaehnte ich schon, dass es manchmal gar nicht schlecht ist Tourismus zu studieren?! ;)
Fuer die eine Hausarbeit muessen wir ein touristisches Projekt in dieser Gegend analysieren und bewerten. Probieren geht ueber studieren! Somit haben wir heute erst einmal die Tour gemacht, damit wir dann auch wissen wodrueber wir reden.
Vorher hatte ich nicht so recht eine Vorstellung von einer "floating Tour",aber es ist nichts anderes als dass man in einem Kanu unterwegs ist und hofft so viele Tiere wie moeglich zu sehen. Es ist also eine Art gemuetliches Raften :)
Steffi und ich sind wirklich ordentlich nass geworden und hatten wir hatten unseren Spass- auch wenn wir heute leider keine Krokodile entdecken konnten.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Endlich ist es soweit!



Heute kam Mamas Paket an, besser gesagt Pakete. Gleich zwei Fresspakete aus Deutschland- ein Traum wird wahr. Soo viel Schokolade und Vollkornbrot und Wurst und Griessbrei. Ich bin happy, wie gluecklich mich Essen doch machen kann. ;) Und so werde ich mich nun die letzten Wochen von Schokolade ernaehren, wie sich das auf einen Koerper auswirkt, werdet ihr dann auf den kommenden Fotos sehen ;)
Gestern habe ich dann die Tour fuer mein Uniprojekt gemacht. Frueh am Morgen ging es los, Rodrigo hatte sich extra ein Tag freigenommen.
Erst einmal ging es zum leckeren Gallo Pinto essen am Morgen, man gewoehnt sich ja an alles. Danach dann noch 30 minuten ueber Holperstrassen gepoltert und wir kamen an am Rio Las Palmas. Schon ging es aufs Boot mit ein paar Touris. Erst sind wir ein wenig auf dem Rio Las Palmas rumgeschiffert,der dann in den Rio Tempisque muendet. Dort war es wirklich schoen. Das Wetter war super und wir konnten viele Tiere beobachten. Neben vielen Vogelarten, haben wir Affen und Leguane gesehen. Das Highlight war dann wohl das Krokodil, was neben uns schwomm. Zum Glueck hatte es wohl schon gefruehstueckt und somit kein sonderliches Interesse an uns.
Gefischt haben wir auch und dabei ein paar Fische rausgeholt und Scampis, Krabben..
Einige gute Fotos werden noch folgen, weil Rodrigo echt ne gute Kamera hat und super Aufnahmen gemacht hat.
Nach der Tour habe ich dann mit unserem "Kapitaen" noch ein Interview fuer mein Projekt gefuehrt- natuerlich auf Spanisch. Eigentlich lief es ganz gut und wenn ich mich doch mal nicht ausdruecken konnte, kam Rodrigo zur Hilfe.
DDanach sind wir noch in ein Dorf gefahren am Rande des Flusses. Dort leben die Menschen noch sehr urspruenglich und in der Hochsaison isst man nach der Tour hier in einem Restaurant. Leider war das kleine suesse Restaurant gerade im Umbau, ich durfte trotzdem mal reinschauen und ein paar Fotos fuer mein Projekt machen udn fragen stellen. Dort wird noch wie frueher gekocht,ueber Feuer und es wird so wenig Energie wie moeglich verbraucht. Das Konzept war schon sehr beeindurkcned.
Aufm Rueckweg gab es dann noch ein leckeres Rieseneis und dann ging es auch schon in die Uni.
Ich hatte gestern eine Praesentation mit Carmen ueber Hawaii. Es war okay und zum Glueck in Englisch, denn nach dem Tag war ich doch shcon ziemlich kaputt, aber gluecklich. :)

Dienstag, 19. Oktober 2010

Warten auf Post von zu Hause..



... denn diese Woche war es soweit- das letzte Stueck deutsche Schokolade ist auf meiner Zunge geschmolzen. Mama hat aber schon Nachschub losgeschickt und jetzt muss ich mich nur wenige Tage gedulden bis es Leckereien gibt. (Tut mir Leid, aber Costa Ricanische Schokolade ist wirklich zum Abgewoehnen..).

Na ja und waehren dich so warte, studiere ich natuerlich fleissig. Langsam komme ich in die heisse Phase und ich merk ein gewisses Stresslevel aufkommen, aber irgendwie ist dann doch wieder alles "Pura Vida".
Gerade hier in der Region Guanacaste wird dieser "Pura Vida" Lifestyle noch sehr gelebt, ich weiss nicht wie oft ich schon in die Uni gefahren bin um zu erkennen,dass der Unterricht mal wieder ausfaellt, weil der Prof gerade keine Zeit hat oder was auch immer.
Auch heute morgen war es wieder so weit, ich sass schon im Bus, da kam die Nachricht, dass der Unterricht mal wieder ausfaellt, aber auch das wird irgendwie eine gewisse Konstante in meinem Leben, denn ungelogen, es vergeht glaube ich keine Woche in der mal wirklich jeder Kurs stattfindet (und dann auch noch in der vorgeschriebenen Laenge).
Wenn ich mal nicht studiere, fahr ich zum Strand- obwohl das auch schon wieder einige Tage her ist.
Das letzte Mal war ich mit ein paar Leuten aus meinem Masterkurs unterwegs, sind zu einem etwas abgelaegeren Strand gefahren. Zum Glueck hatten wir einen Gelaendewagen anders waeren wir da wohl niemals angekommen. Aber es war wunderschoen, ein sehr langer weisser Strand und kaum Menschen (siehe Fotos). Wir haben auch eine Schildkroete gesehen :) Leider war sie tot :(

Letztes Wochenende hatte mich Rodrigo dann mitgenommen auf eine Rally. Wir haben uns ein Quad geteilt und ab ging es ueber Stock und Stein, durch Schlamm und Fluesse. Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis auch wenn ich mir schon ab und zu mal in die Hose gemacht habe ;) Zum Schluss ging es dann zu einem Wasserfall des Rio Cileste (klarer Fluss) und der Name verspricht nicht zu viel. Das Wasser war absolut klar und eine willkommene Erfrischung.

Morgen mache ich eine Tour fuer die eine Hausarbeit, die ich schreiben muss. Man muss sich ja erst einmal ein Bild davon machen wovon man da so schreibt. Ja, manchmal ist es schon toll Tourismus zu studieren. Ich werde eine Bootstour machen und danach besucht man noch eine Community, die an dem Fluss lebt. Was mich allerdings genau erwartet weiss ich nicht, man muss sich ja auch mal ueberraschen lassen. Ich werde euch aber auf jeden Fall in den naechsten Tagen davon berichten.

Ach ja, ausserdem dachte ich mir fotografier ich endlich mal das Apartment in das ich jetzt mit Eugenia gezogen bin. Schon wirklich schoen hier,aber auch etwas ausserhalb der Stadt. Dafuer kann man von hier die besten Sonnenuntergaenge sehen- und der costa ricanische Himmel brennt wirklich.

Freitag, 1. Oktober 2010

Breaking news

Eigentlich war gestern Joes letzter Tag in Costa Rica, naechste Woche faengt sein Studium in Ecuador an und es gibt vorher noch viel zu erledigen- Wohnung, Kurse waehlen, ein wenig einleben.
Somit sollte also gestern nachmittag sein Flug aus San Jose gehen. Nachdem es schon Probleme gab ueberhaupt erst mal zum Flughafen zu kommen, weil die Verbindungsstrassen zwischen Liberia udn San Jose fast alle zerstoert sind durch den Regen der letzten Tage, hoerte sein Pech nicht auf.
Er kam puenktlich am Flughafen an wo er dann erfuhr, was gerade in Ecuador passiert ist. Ausnahmezustand, der Flughafen in Quito ist schon vom Militaer besetzt und zu. Sein Flug nach Guayaquil sollte allerdings planmaessig stattfinden. Nach langen Diskussionen mit der Airline durfte er jetzt einmal kostenlos umbuchen. Somit geht sein Flug jetzt naechsten Mittwoch, wir hoffen, dass sich bis dahin die Situation wieder beruhigt hat.
Zum Glueck ist er nicht losgeflogen, einige Stunden nach seinem Abflug wurde dann bekannt, dass nun auch in Guayaquil der Flughafen gesperrt ist.
So bleiben uns einige Tage laenger zusammen, wodrueber ich mich natuerlich freu, aber die Umstaende sind natuerlich alles andere als gut..
Na ja, wir werden die Situation in Ecuador ueber die Medien verfolgen und mal schauen wie sich alles entwickelt.

Tortuguero als Pauschaltourist



Auch schon ein paar Tage her, aber mir immer noch sehr gut im Gedaechtnis ist unsere (d.h. Mandy, Steffi, Mo, Joe und ich) zum Tortoguero Nationalpark.
Da Mo (gluecklicherweise) gerade sein Praktikum bei einer Incoming Agentur in Costa Rica macht, konnten wir die zwei taegige Tour doch erheblich guenstiger buchen und so ging es-ganz untypisch fuer uns- auf zu einer kleinen Pauschalreise.
Am Freitag sind wir Liberianer schon mal nach San Jose gefahren um dann am Samstag auch bereit zu sein, schliesslich ging es schon um 5.45Uhr los (das sind Zeiten hier..).

Tag 1
Nachdem uns der Reiseleiter freundlich empfangen hatte, stiegen wir also in einen dieser klimaanlagenverseuchten Reisebusse. Der Reiseleiter Alexis begruesste uns nett und wir fanden unsere Sitzplaetze. Da es ja nun noch mega frueh am Morgen war, wollte ich eigentlich hier nur meine Ruhe finden- Augen zu, schlafen, warten bis man mich zur Fruehstueckspause weckt.. Aber bei so einer Pauschalreise ist alles anders. Schliesslich hatte man ja den Reiseleiter mitgebucht und der wollte seinen Job gut machen, also erzaehle er uns unentwegt irgendwelche Stories.. ueber die Bananen, ueber Ananas, ueber die Strasse, die wir gerade befahren..
Anfangs fand ich es ja auch noch ganz interessant und da er alles in Englisch und Spanisch erzaehlte sah ich auch noch meine Chance ein wenig Spanisch zu lernen.. aber so nach einigen Stunden (vielleicht waren es auch nur Minuten) wuenschte ich mir nichts mehr als, dass er endlich leise sei. Leider trat das auf dieser Fahrt nie wirklich ein.
Ausserdem gerieten wir auch noch in einen riesigen Stau, weil einige Autos vor uns ein grosser Busunfall passiert war, aber da sich nichts bewegt, konnte man wenigstens mal aussteigen sich die Beine vertreten (und vor Alexis fluechten..). Irgendwann ging die Fahrt dann weiter und ein wenig spaeter erreichten wir unseren Stopp fuers Fruehstueck (von mir sehnlichst erwartet).
Ein schoenes Buffett mit Gallo pinto, da ich aber eh richtig Huger hatte, kam mir das deftige Essen am Morgen ganz recht. Nun hiess es schlingen, 30 min waren fuers Essen angesetzt, bis man das Essen hatte waren aber auch schon ein paar Minuten vergangen- Fresspanik.

Danach ging es mit dem Bus weiter, bis wir dann noch mit einem Boot zu unserer Lodge gefahren wurden. Die Bootsfahrt war toll, eine gute Stunde durch die schoenste Natur. Das war wirklich ein tolles Gefuehl. Angekommen an Lodge wird man mit einem Cocktail begruesst, un gibt es wieder kurz Zeit zum Essen schlingen, Zimmer beziehen und dann gehts auch schon wieder los mit dem Boot um ein Dorf in der Naehe zu besuchen.

Das Dorf ist ziemlich klein, aber super touristisch- keinWunder schliesslich laufen hier taeglich hunderte Touristen durchs Dorf um ans andere Ende zu kommen- zu DEM Strand.

Hier legen Schildkroeten ihre Eier, natuerlich ist das nur abends zu bewundern und wir entscheiden uns dazu eine gefuerhte Tour am Abend zu machen. Wenn man schon mal hier ist, muss man auch eine Schildkroete gesehen haben.

Schliesslich geht es also wieder zurueck in die Lodge, Abendbrot schlingen, weil nicht viel Zeit bleibt bis die Schildkroetentour losgeht.

Man sagt uns wir sollen dunkle Kleidung anziehen (nun ja bei Joe hiess das dann rote Regenjacke, beige Hose.. er sah eher aus wie n Leuchtkegel..), schliesslich sollen sich die Schildkroeten so wenig wie moeglich durch uns gestoert fuehlen.

Am Strand herrscht dann eine seltsame Stimmung- es ist dunkel und trotzdem recht viel los, weil alle darauf warten, dass endlich eine Schildkroete aus dem Wasser komtm um ihre Eier abzulegen.

Es gibt sogenannte Beobachter am Strand die den Guides per Funkgeraet sagen, wenn sie eine Schildkroete gesichtet haben. Wir muessen nicht lange warten, ein Beobachter hat eine Schildkroete gefunden, die dabei ist ihre Eier zu legen. Als ich sie sehe, bin ich erschrocken, irgendwie hab ich sie mir doch kleiner vorgestellt- das Ding was da gerade im Sand vor uns liegt ist an die 2 Meter gross. Der Guide schiebt ihr Bein weg damit wir besser sehen koennen wie sie die Eier laegt- spaetestens an dieser Stelle fange ich an diese ganze Aktion kritisch zu hinterfragen, ich kann mir nicht vorstellen, dass es sie nicht stresst, wenn so viele Menschen um sie sind. Der Guide versichert uns,dass sie in einem Trancezustand ist und uns nicht bemerkt. So bestaunen wir also die Eier, die in das von der Schildkroete gebuddelte Loch fallen- ich weiss nicht wie viele es sind,aber auf jeden Fall mehr als ich erwartet hatte. Nach dem Eierlegen scheint die Schildkroete erschoepft, ist ja auch ne ganz schoene Arbeit. Sie buddelt langsam das Eierloch zu und macht sich auf den Weg zurueck zum Meer. In der gleichen Zeit kommt eine andere Schildkroete an den Strand und wir werden aufgefordert zu gehen, weil niemand die Schildkroeten dabei stoeren soll an den Strand zu kommen, sonst haben sie Angst und schwimmen wieder weg. Trotzdem sehe ich noch wie die Schildkroete, die gerade noch ihre Eier gelegt hat von einer Welle weggetragen wird. Was fuer ein tolles Erlebnis!

Da sich Schildkroeten durch Blitzlicht gestoert fuehlen, war es nicht erlaubt Fotos zu machen, aber auch so wird mir dieser Abend in Erinnerung bleiben.

Nach dieser Tour ging es zurueck in die Lodge, schnell schlafen, schliesslich geht es am naechsten Morgen frueh los.


Tag 2

Bereits um 5 Uhr startet unsere "Der Dschungel wacht auf"- Tour- mit Alexis (falls ihr euch noch an ihn erinnert). Wir fahren mit einem Boot durch atemberaubendes Gruen- das ist mehr als ich erwartet hatte. Da wir die Tiere nicht stoeren duerfen, erzaehlt Alexis auch nicht mehr als noetig und so geniesse ich den Morgen, die Sonne geht gerade auf und die Tiere werden langsam aktiv. Wir sehen Affen, viele Voegel und sogar ein Krokodil, das nur ein paar Meter von uns entfernt im Wasser liegt. Es ist ein kleines Exemplar,aber trotzdem ist es doch ein recht befremdliches Gefuehl. Das absolute Highlight ist dann der Moment als eine Schildkroete mit unserem Boot mitschwimmt. Sie verfolgt uns und steckt ab und zu ihren Hals aus dem Wasser.

Leider geht diese Tour nach 2 Stunden vorbei, jetzt heisst es (natuerlich schnell) fruehstuecken und packen, schliesslich haben Pauschaltouristen nie Zeit.

So machen wir uns wieder auf den Rueckweg. Alexis bleibt da um noch eine Gruppe zu betreuen- also freue ich mich auf eine entspannte Busfahrt zurueck, schliesslich muss ich ein wenig Schlaf nachholen nach dem vollen Programm der 2 Tage. Aber diese Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt! Danke, Mo :)

Día de la Independencia



Mindestens 30 Grad im Schatten, die Luft steht und trotzdem tummeln sich tausende Menschen auf den Strassen des kleinen Oertchens Liberia. Es wird getanzt, gefeiert, laute Trommelgeraeusche erfuellen die ganze Stadt- es ist Dia de la Independencia!
Seit dem 15.9.1821 ist Costa Rica unabhaengig von Spanien und das wird dann auch jaehrlich angemessen gefeiert. In der Hauptstadt San José gab es wohl mehrere Paraden, aber dass auch die Strassen in Liberia so gefuellt sind, haette ich nicht gedacht. Auf der Hauptstrasse gab es eine lange Parade.
Es war schon echt cool einmal diese Feier mitzuerleben. Die Musiker hatten alle traditionelle Kleidung an und schlugen so heftig auf ihre Trommeln ein, dass die Strassen bebten und man den Rhytmus der Musik spuehrte.
Ich stand zwar im Schatten,aber trotzdem war mir so schrecklich heiss- wie soll es dann erst denjenigen gegangen sein, die bei der Parade mitgemacht haben. Wirklich laecheln konnten sie auf jedne Fall nicht mehr, man sah ihnen die Anstrengung an und ich glaube nichtsdestotrotz ist es eine Ehre an dieser Parade mitteilnehmen zu duerfen.

Montag, 6. September 2010

Viel passiert..

..seit meinem letzten Blog. Schliesslich ist der auch schon ein paar Tage her- ganz untypisch fuer mich ;)
Leider wurde in dem Haus in dem ich in Liberia wohne eingebrochen. Da unter andrem mein Laptop geklaut wurde, hatte ich leider in letzter Zeit kaum Gelegenheit online zu kommen und zu bloggen.
Mir geht es aber gut, ist halt nur nervig sich darum zu kuemmern, dass man alle Dokumente neu bekommt (Reisepass, Kreditkarte...).
Zum Glueck ist Joe gerade hier und besucht mich fuer die naechsten Wochen. :)
Fuer die Uni muss imemr recht viel lesen, was ziemlich anstrengend ist, da die Texte natuerlich schon etwas komplizierter geschrieben sind und so brauch ich fuer ein paar Seiten einige Tage..
Gluecklicherweise habe ich nicht nur schlechte sondern auch ziemlich viele gute Sachen in den letzten Tagen erlebt:)
ich war ein Wochenende in einem Strandhaus von einem Freund, habe einige schoene Straende gesehen und hab ne Vulkantour gemacht...
Zur Zeit befinde ich mich in Nicaragua. Hier ist es traumfhaft. Urspruenglich wollte ich heute zurueck nach Liberia fahren,da mir das Lnd aber so gut gefallt habe ich mich dazu entschieden noch bis Mittwoch hier zu bleiben. Bald gibt es dann einen ausfuehrlicheren Beitrag- und vor allem Fotos :)

Freitag, 13. August 2010

Ich habe ein zu Hause!

Hier wohne ich nun also bis Dezember. Meine Mitbewohnerin ist 29 Jahre alt, super nett und irgendwie ständig aktiv... Arbeit, Balett, Gesangsunterricht, Uni...puh..
Die ersten Unitage habe ich auch hinter mich gebracht, ich habe jetzt immer von Dienstag bis Donnerstag Vorlesungen- also ziemlich angenehm.
Eine Vorlesung geht hier dann aber auch mal locker 3 Stunden- sofern dann der Lehrer kommt, es keine Demonstrationen gibt oder die Vorlesung aus irgendwelchen anderen Gründen verkürzt wird.. Ich hatte diese Woche auf jeden Fall ziemlich wenig Unterricht ;)
Ein Fach fand dann wenigstens auch einmal ein wenig länger als 10 Minuten statt, verstanden hab ich allerdings kaum was.. Die Klimaanlagen in den Räumen sind ziemlich laut, aber ich fürchte es lag nicht nur daran.
Irgendwann ging der Lehrer mal kurz raus, ich glaub um etwas zu kopieren und plötzlich stürzten alle an die Tafel und schrieben kreuz und quer Nummern und Namen. Auf mich wirkte das mehr als chaotisch, vor allem weil ich nicht verstand was sie da überhaupt taten.
Irgendwann bekam ich mit, dass sie so ihre Präsentationsgruppen festlegen. Während in Deutschland also wohl eher darüber abgestimmt worden wär, welches Thema wer bekommt um es dann fein säuberlich untereinander an der Tafel zu notieren, lösen die Ticos das hier ein wenig anders ;)
Aber am Mittwoch in meiner Vorlesung "comunicación intercultural" (sie ist in englisch!) habe ich gelernt, es gibt keine verhaltensweisen, die besser oder schlechter sind, sie sind eben nur anders ;)
Nun ja, ich bin auf jeden Fall auch in irgendeiner Präsentationsgruppe untergekommen- und sie tut mir jetzt schon Leid..
Nächste Woche fahren wir von einem Kurs aus in einen Nationalpark. Das wird bestimmt interessant, auch wenn mir bisher noch nicht ganz klar ist, was dort genau unser Auftrag ist..
Jetzt genieß ich auf jeden Fall mein langes Wochenende. Schließlich sind Dienstag auch wieder Demonstrationen und der Unterricht fällt aus- nun ja, tranquilo..
Morgen geht es erst einmal an den Strand :)

Samstag, 7. August 2010

Playa Hermosa


Heute ist Mandys Geburtstag und den haben wir in Playa hermosa ("schöner Strand") verbracht. Nur 30 Min. entfernt von Liberia haben wir heute unser kleines Paradies gefunden- ein Palmenstrand, der zum Baden einlädt und dabei die Sorgen der letzten Wochen und Monate vergessen lässt.
Gestern haben wir uns einige Zimmer angeguckt und Montag wird dann wohl jede von uns in ihr neues "Heim" ziehen.
Gleich werden wir mit Wagner (unser "Liberia Guide") und seinen Freunden den Tag bei einem Bier ruhig ausklingen lassen...

Donnerstag, 5. August 2010

Endlich da!

So, nun hab ich es gefunden, das wohl schönere Costa Rica. Nach 2 Wochen San José atme ich nun auf- ich bin nach fast fünf Stunden Busfahrt in Liberia angekommen :)
Eines habe ich gelernt: Kennst du einen, kennst du viele. Andrés aus San José hat es organisiert, dass wir hier in Liberia von der Busstation von seinem Kumpel (Wagner) abgeholt wurden.
Da wir einfach zu viel Gepäck für sein Auto hatten, hat er widerrum einen Kumpel angerufen. So sind wir mit zwei Autos durch Liberia getingelt. Sie haben uns geholfen ein Hostel für einen fairen Preis zu bekommen- für die ersten Nächte, da wir hoffentlich bald eine Unterkunft haben. Danach ist er mit uns so ziemlich jede Straße in Liberia abgefahren- es ist halt eine Kleinstadt. Hier ist es aber so viel netter al in San José,es ist nicht so gefährlich, es gibt nicht so viel Verkehr und trotzdem hat man hier wohl alles was man braucht. Nach der sehr ausgiebigen Tour mit ziemlich vielen Tipps, haben wir ihn eingeladen zum Essen. Jetzt sitzen wir in unserem Hostel.
Wir waren heute auch bei einem Kumpel von Wagner,der zwei Labradore hat. Er meinte, wenn wir wollen können wir mit ihnen ab und zu Gassi gehen- ich glaube darauf werde ich noch einmal zurückkommen.
Morgen wollen wir uns die Uni etwas genauer anschauen- Wagner holt und ab und fährt uns hin. Außerdem wird er uns wohl ein paar Möglichkeiten zeigen wo wir vielleicht unterkommen könnten.
Es ist wirklich verrückt, die Menschen sind hier einfach so nett zu uns und wollen dafür nie etwas haben- wir fühlen uns schon fast etwas schuldig, weil es schwer ist ihnen für ihre Mühen etwas zurück zu geben.

Mittwoch, 4. August 2010

Fiesta

Was für ein Tag

Gestern waren Steffi und ich im Außenministerium um unser Führungszeugnis und unsere Geburtsurkunde unterschreiben zu lassen.
Nach endlosen Wartezeiten, und schon ziemlich blanken Nerven, kam ich endlich zu dem Schalter an dem ich die Unterschriften bekommen sollte. STeffi war fertig und auch bei mir machte die Beamtin die notwendigen Schritte. Als ich dachte ich wäre nun fertig und sie würde mir meine Dokumente zurückgeben,fragt sie nach meinen Namen, man würde mich gleich aufrufen. Ich verstand nicht weshalb, ich hatte das Gleiche gemacht wie Steffi und bei ihr war alles okay, sie hatte die unterschriebenen Dokumente. Nun wartete ich also wie bestellt und nicht abgeholt bis eine deutschsprachige Frau auf mich zu kam und mich fragte wo denn das Problem liege. Ich erklärte ihr,dass ich das auch nicht wisse und einfach die unterschriebenen Dokumente für das Visum zurückhaben möchte. Sie ging wieder mit meinen Dokumenten davon und redete mit einigen Leuten in verschiedenen Büros. Ich bekam schon ein schlechtes Gefühl.. Nach einigen Minuten erklärte sie mir,dass ich mein Führungszeugnis wieder mitnehmen kann,dass es aber ein Problem mit der Geburtsurkunde gäbe.
Das Dokument wäre für einen Visumsantrag nicht gültig,da eine Unterschirft aus Deutschland von der Costa Ricanischen Botschaft fehlen würde. Sie zeigte mir das Blatt und tatsächlich,es war alles ausgefüllt, es gab den Stempel aus Duetschland,aber man hatte vergessen zu unterschreiben. Sie meinte es würde einen Monat dauern bis der Prozess beendet wäre und ich mein Dokument korrekt entgegennehmen könnte,aber ich brauchte es doch morgen für den Visumsantrag in der Uni.
Ohne Visum darf man nicht studieren,da gibt es keine Ausnahmen. Für einen kurzen Moment brach die Welt für mich zusammen. Nach all den vielen Problemen nun also noch das...
Die Frau war sehr nett und so sollten wir auf einen anderen Mann warten der entscheiden würde, was nun passiert. Ich wartete über eine Stunde und es ist ein schlechtes Gefühl, wenn man nicht weiß, was passieren wird..
Nach ziemlich viel hin und her, hat sich das Problem einigermaßen gelöst. Da es ein Fehler der Btschaft war,kümmert sich diese darum,dass das Dokument wieder nach Deutschalnd geschickt wird und danach wieder hierher. Die Frau hat auch in der Uni angerufen udn das Problem erklärt, nun reicht eine Kopie der Geburtsurkunde für den Visumsantrag hier. Ich warte nun einen Monat und dann mal schauen was passier. Für den Moment ist alles gut und ich kann morgen endlich aufbrechen Richtung Liberia :) :)
Nach diesem schlechten Tag,tat Ablenkung am Abend echt gut. Wir saßen mit dem "Hostelpapa" und seinen Freunden zusammen und ich habe meine ersten costa ricanischen Biere (Imperial) getrunken- schmeckt ganz gut. Später wollten die Jungs uns etwas "typisch costa ricanisches" zeigen. es kamen mariachis, das sind diese mexikanischen Sänger, die für dich singen und auf ihren Instrumenten spielen, wenn du sie bezahlst. So haben wir einige Ständchen bekommen und wir hatten echt Spaß.
Danach waren wir in einer Karaoke Bar und haben gesungen und Merengue getanzt. Es war ein schöner Abend.
Heute jat uns einer der Ticos geholfen eine costa ricanische SIM Karte zu kaufen. Für Ausländer ist es schwer hier eine zu bekommen, man braucht einen costa ricanischen Perso.
Er hat uns auch ziemlich viele Tipss für Liberia gegeben. Es ist glaube ich ganz gut jemanden hier zu kennen, man erfährt mehr über das Leben hier und ist nicht so verloren.
Heute Abend gehen wir vielleicht noch Ceviche essen und morgen geht es los nach Liberia- mal sehen was uns dort so erwartet :)

Sonntag, 1. August 2010

Eindrücke

Puede repetir, por favor?

... bedeutet so viel wie "Können Sie das bitte wiederholen?" und ist ein ziemlich häufig benutzter Satz von mir in dieser Woche.
Seit meinem letzten Eintrag habe ich ziemlich viele Ämter von innen gesehen, ich habe viel Zeit damit verbracht einfach nur zu warten bis mein Name irgendwo aufgerufen wird, ich bin auf viele Beamte gestoßen, die mich nicht verstanden und ich sie nicht... aber trotzdem komme ich meinem Visum immer näher - der Weg dahin war ja auch lang und anstrengend genug ;)
Am Donnerstag fühlte ich mich wie in einem alten Westernfilm: vergilbte Ordner aus den 70er Jahren stapeln sich entlang der Wände, die früher einmal grün gewesen sein müssen, jetzt aber einfach nur noch schäbig und abgebröckelt wirken. Die Stühle sind alt und alles scheint so ungeordnet- Willkommen bei der costa ricanischen Polizei.
Hier wurden Fingerabdrücke von uns genommen und ich glaube, wir wurden in ein Register aufgenommen, sicher bin ich mir dabei aber nicht, da ich leider kaum etwas verstanden habe. Die Sachbearbeiterin war zwar sehr nett, doch ihr wurde recht schnell klar, dass ich von dem, was sie mich fragt, kaum etwas verstehe. So fragt sie mich nicht nach meiner Augenfarbe sondern fuchtelt vor mir herum, dass ich sie angucke und sie dann "verde" (grün) auf das Blatt schreiben kann. Da ich leider auch nicht mehr wusste, dass "taille" Größe bedeutet, schiebt sich mich zu einem Brett um mich zu messen.
Dazu kommt noch, dass einige Wörte hier halt nicht so benutzt werden wie ich sie zu Hause im Spanischunterricht gelernt habe. Hätte sie "gafas" gesagt, hätte ich verstanden, dass sie wissen möchte, ob ich eine Brille tragen, aber das Wort "lentes" habe ich vorher noch nie gehört... Beim Fingerabdrücke nehmen, machte sich dann niemand mehr die Mühe mir zu erklären, welchen Finger ich auf das Papier vor mir drücken soll. Man nimmt meine Hand, den jeweiligen Finger und drückt ihn dahin wo er hingehört. Als man schließlich wissen will, wo ich denn zur Zeit in Costa Rica wohne, komme ich an den kompliziertesten Punkt des Gespräches. Dass ich in einem Hostel wohne, stellt kein Problem dar, als ich dem Beamten allerdings den Namen und die Adresse des Hostels nenne, schaut er mich nur fragend an. Mit "Avenida 14" und "Calle 11" kann ein Costa Ricaner eben wenig anfangen, so ruft er im Hostel an um dann die "richtige" Adresse zu erfahren, die ungefähr so lautete "300 Meter westlich von dem Krankenhaus San Maria, einmal rechts rein, gelbes Haus mit grünen Eisenstäben". Nun ja, ich glaub das System werde ich nie verstehen...
Gestern waren wir dann, um uns ein wenig zu erholen und das grüne Costa Rica zu erleben, beim Vulkan Poas, der in einem Nationalpark nur 90 Min. von San José entfernt liegt.
Nach einer entspannten Busfahrt, die uns durch das erhoffte grüne Costa Rica führt, kommen wir zum Nationalpark. Dass der Eintritt 10 Euro beträgt, wundert uns kaum noch, wir gewöhnen uns allmählich an die hohen Preise. Da wir nur einige Stunden Aufenthalt haben, stapfen wir gleich los Richtung Vulkan. Es ist kalt und nass, aber das wussten wir zum Glück vorher, dementsprechend passende Kleidung haben wir mit. Wir genießen die Natur und fotografieren so ziemlich jede Pflanze-es ist ja schließlich unser erster Nationalparkbesuch in Costa Rica.
Nach dem kurzen Marsch kommen wir zum Aussichtspunkt, von dem man den noch heute aschespuckenden Vulkan sehen kann. Doch wir sehen nichts außer eine geschlossene Wolkendecke. Wir befinden uns in etwa 2.000 Meter Höhe und es ist Regenzeit- also wahrscheinlich keine Überraschung, dass man ins grauweiße Nichts starrt- uns war das allerdings vorher nicht so klar gewesen und wir sind deswegen ziemlich enttäuscht.
Na ja, nun haben wir immerhin noch mehr als genug Zeit den Rundgang durch den Nationalpark zu machen. Wir sehen viel Grün, aber leider kaum Tiere. Trotzdem tut es gut hier zu sein, die Luft ist zwar etwas dünn, aber trotzdem so viel angenehmer als in San José. Höhenluft macht müde und so verschlafe ich die Rückfahrt. Wieder in der Hauptstadt entdecken wir einen Markt, der leckeres Obst und Gemüse anbietet für relativ wenig Geld. Im Hostel angekommen lassen wir den Tag mit Pancakes, Eis und Früchten ausklingen. Ein schöner Tag, der Kraft gibt für die kommenden Tage :)

Dienstag, 27. Juli 2010

Pura Vida!?

Heute war also der erste Tag der Einführungsveranstaltungen in der Uni in San José. Mit circa 60 anderen Austauschstudenten saßen wir in einem Hörsaal und haben versucht zu verstehen was uns die Person vorne versucht verständlich zu machen, zum Glück lief meist noch unterstützend eine Powerpoint Präsentation mit und somit gelang es mir einiges zu verstehen. Zunächst wurde ein wenig über Costa Rica im Allgemeinen erzählt, dann über die Uni im Besonderen. Daraufhin gab es noch einen etwas aktiveren Teil. Die Studenten wurden ihrer Nationalität nach in Gruppen eingeteilt, die deutsche Gruppe war mit etwa 20 Leuten übrigens die größte. Wir mussten Plakate erstellen mit Bildern, die typische Sachen unsere Landes symbolieren (Bratwurst, Brandenburger Tor, Pünktlichkeit, Karneval, Mercedes...) und wir sollten unsere Erwartungen an Costa Rica(Strand, Meer, Regen, Hitze, offene Menschen, Bohnen mit Reis..) malen. Bevor es dann zum Mittag ging gab es eine Führung über den Campus. Das Unigelände ist einfach riesig und super schön. Es gibt viele Grünflächen und die Gebäude sind recht modern ausgestattet. Es gibt auf dem Gelände eine eigene Polizei, eine Ambulanz etc., das Unigelände ist also eine kleine eigene Stadt in San José,die mir im Übrigen besser gefällt als der Rest der Stadt. Wir konnten sogar ein Faultier in den Bäumen entdecken- wirklich niedlich. Nach der Pause ging es dann zum anstrengen Teil- Visaangelegenheiten. Momentan halte ich mich mit einem Touristenvisum hier auf, um allerdings in Costa Rica als Student immatrikuliert zu sein muss man ein anderes Visum haben, dessen Erwerb einfach mal mega kompliziert ist. Ich hatte ja in Deutschland schon ziemlich viel Streß damit (Geburtsurkunde vom Standesamt beglaubigen lassen, Geburtsurkunde geht zum Landesbezirk für die Überbeglaubigung, Geburtsurkunde wird mir wieder zu geschickt, ich schicke Geburtsurkunde nach Berlin zur Legitimierung, Geburtsurkunde wird mir wieder zu geschickt.. nur um den Weg eines Dokumentes mal zu beschreiben). Hier in Costa Rica hört der Streß allerdings nicht auf sondern scheint sich nur noch zu verschlimmern. IN den nächsten Tagen muss ich zu Banken, zur Polizei, zum Außenministerium, zum Übersetzer, zur deutschen Botschaft, zur Uni..das alles wegen eines Visums! Ich vermisse leider vollkommen das Pura Vida, es ist einfach nur bürokratisch. Auch die Menschen heute in der Uni waren kein Stück gelassener als die in Deutschland- sie waren sogar fast ein bisschen unfreundlich. Die ganzen Visumssachen sind ja schließlich so schon kompliziert genug, wenn sie dann nur auf Spanisch auf dich einreden und du am Ende doch nicht alles verstanden hast udn noch mal nachfragst, waren sie schon etwas genervt. Mein eigentlicher Plan am Donnerstag endlich aus San José abzureisen um mir in Liberia eine Gastfamilie zu suchen wurd eheute also durchkreuzt. Wegen der Visumssachen werde ich nun auf jeden Fall noch eine Woche hier in der Stadt bleiben müssen und das nervt mich gerade ziemlich. Ich hoffe, der zweite und erst einmal letzte Tag hier in San José an der Uni wird besser...

Sonntag, 25. Juli 2010

San José und Jacó

Gestern sind wir mal wieder durch San José getingelt. Dieses Mal hatte es uns nach La Sabana verschlagen, ein Stadtteil mit einem großen Park. Um dort hin zu kommen, nahmen wir den Bus. Natürlich ist San José nicht gerade eine Kleinstadt, dementsprechende viele Busse gibt es hier und nicht immer sind die Bushaltestellen auch als diese erkennbar. Allerdings haben wir es geschafft dort anzukommen, wo wir auch hin wollten. In Sabana sind wir dann in den Park, eine kleine grüne Oase in der Stadt, vergleichbar mit einem deutschen Bürgerpark. Hier genießen Familien am Wochenende die Ruhe, picknicken, spielen Fußball, angeln... Wir haben es uns für einen Moment auf einer Parkbank gemütlich gemacht um die Stimmung zu genießen. Schon werden wir wieder als die Touris erkannt und von einem Mann angesprochen, der uns für umgerechnet etwa 80 Cent etwas verkaufen möchte an dem seine "arme Familie den ganzen Tag arbeitet". Natürlich wissen wir, dass er uns das nur erzählt, damit wir auch ja etwas kaufen, aber da wir eh neugierig sind was er uns entgegenstreckt, kaufen wir es und er ist auch zufrieden. Was wir da vor uns haben ist eine ziemlich klebrige Masse, die nach Kokusnuss schmeckt. Mit unseren noch recht überschaubaren Spanischkenntnissen finden wir heraus, dass es Kokusnussraspeln mit Milch und Honig sind. Mega süß, aber lecker. Nach dieser kurzen Rast drehen wir die Runde weiter durch den Park. Es ist gerade ziemlich heiß und trotzdem joggen hier die Leute- unbegreiflich für mich ;) Nachdem wir das x-te Fußballfeld in dem Park finden (Fußball ist hier DER Sport überhaupt), sind wir ziemlich überrascht, dass der Park hier auch schon wieder vorbei ist,aber langsam sollten wir uns dran gewöhnt haben: In Costa Rica ist halt alles ein wenig kleiner... Nun ist es auch schon Mittag und wir kehren in ein Restaurant ein, das uns der Llonely Planet empfiehlt. Hier esse ich kein typisches Ticoessen, denn das werde ich in Zukunft wohl noch oft genug haben. Ich entscheide mich lieber für einen Burger mit Pommes und zu meiner Überraschung gilt die eben aufgestellte Regel wohl doch nicht- zumindest sind die Burger in Costa Rica nicht klein ;) Nach dieser Stärkung und bei Betrachtung des dunklen Himmels entscheiden wir uns, dass wir uns doch besser wieder auf den Weg ins Hostel machen sollten. Wir lassen den Tag also ruhig ausklingen um früh aufstehen zu können. Heute sind wir nämlich zum Strand nach Jacó gefahren. Da die Fahrt mit dem Bus in den Ort 3 Stunden dauert sind wir schon früh aufgebrochen. Mit dem Bus fahren wir zur Busstation von der der Bus nach Jacó fahren soll. Wie erwähnt.. es gibt hier viele viele Busse. Dementsprechen irren wir herum, fragen uns durch und finden dann in letzter Minute doch noch den richtigen Bus. Die Fahrt nach Jacó ist toll. Endlich einmal aus San José heraus, die Stadt ist einfach nicht sonderlich schön. Hier auf der Fahrt sehen wir endlich das saftige Grün für das Costa Rica bekannt ist. Langsam verstehe ich weshalb die Menschen dieses Land lieben, die Landschaft ist einfach so wundervoll. Doch je näher wir Jacó kommen umso hässlicher wird die Umgebung wieder. So kommen wir also nach drei Stunden Fahrt in dem Ort an und bei den Temperaturen suchen wir nur noch die Abkühlung im Wasser- allerdings ist der Blick auf den Strand ernüchternd. Statt weißem Sandstrand erwartet uns hier ein einziges Surferparadies- der Strand weniger schön,die Wellen umso höher. Obwohl mir die Kraft des Meeres sofort bewusst wird, gehe ich ins Wasser, nur einen Schritt, nicht einmal bis zu dem Knien. Diese Abkühlung brauche ich gerade, allerdings ist das Wasser viel zu warm als dass es erfrischend wirken würde. Schon kommt eine solch kräftige Welle, die mich einfach umhaut und mitzieht. Ich komme zwar recht schnell wieder auf die Beine und außer einer kleinen Schürfwunde am Ellbogen passiert mir nichts, aber das Erlebnis zeigt mir, dass dieser Strand wirklich nur für Surfer geeignet ist. So verbringen wir die nächsten Stunden doch nur an Land um uns dann wieder auch die drei stündige Heimfahrt zu begeben. Der Ausflug heute hat sich also nicht wirklich gelohnt außer halt wegen der Fahrt an sich... Ich hoffe einfach einmal, dass Liberia`s Umgebung schönere Strände für mich bereithält.


Freitag, 23. Juli 2010

Gut angekommen!



Nach 14 Stunden Flug bin ich gut in Costa Rica angekommen. Nachdem es in Hamburg schon etwas anstrengend anfing, weil ich meinen kompletten Handgepäckkoffer beim Security Check am Flughafen auspacken musste und mein Laptop einer Sprengstoffkontrolle unterzogen wurde, konnte es losgehen. Gerade hatten mich noch meine Mama und meine Mitbewohnerin verabschiedet, schon saß ich alleine im Flugzeug ohne wirklich zu realisieren, dass es jetzt für ein Jahr ins Ausland geht. Neben dem Entertainmentprogramm der Airline saßen auch noch zwei nette Typen neben mir im Flugzeug-somit gingen die 8Stunden Flug nach New York recht schnell vorbei. In New York nach einer recht anstrengenden Immigration mit noch anstrengenderen Fragen (Was haben Sie im Koffer? Warum wollen Sie nach Costa Rica zum Studium? etc.) konnte ich noch ein paar Stunden mit den Jungs am Flughafen chillen bis es für die weiter ging zu einem Freund in den USA und für mich nach Costa Rica. Dieser zweite Flug war recht unruhig allerdings war ich eh viel zu müde und habe deswegen davon nicht all zu viel mitbekommen. In San José wurde ich von dem vorher gebuchten Flughafentransfer ins Hostel gebracht, das sehr schön und auch sauber ist. Nach über 24 Stunden auf den Beinen bin ich dann einfach nur noch ins Bett gefallen. Am nächsten Tag kamen dann schon Steffi udn Mandy an mit denen ich zusammen in Liberia studieren werde. Wir sind ein wenig durch die Stadt gelaufen und haben uns treiben lassen. Es schien hier alles recht europäisch und ich war schon ein wenig enttäuscht, heute haben wir allerdings schon eine Seite der Stadt kennengelernt die mir besser gefiel. Wir haben uns die kleinen Stadtparks angeguckt, ein Viertel mit vielen kleinen süßen Häusern und wir waren im Zoo um schon einmal einen Eindruck zu bekommen was uns hier alles noch so erwartet. Alles in allem, muss ich sagen gefällt mir die Stadt doch immer besser allerdings verstehe ich die Leute hier kaum und man wird schon ziemlich viel auf Grund unseres europäischen Aussehens angeschaut und angesprochen. Ziemlich gewöhnungsbedürftig ist wohl auch das Frühstück hier.. die letzten zwei Morgende haben ich "pinto con carne" und "pinto con salchicha" gegessen, also reis und bohnen mit fleisch bzw. mit Wurst. So startet man mal richtig in den Tag ;)
Am Wochenende wollen wir mal in ein anderes Viertel der Stadt und noch ein wenig die Umgebung erkunden. Am Montag müssen wir dann ja hier in San José zur Einführung an der Uni.
Wenn ihr übrigens oben aufs Bild klickt, öffnet sich ein Fotoalbum mit den Eindrücken der ersten Tage.

Dienstag, 20. Juli 2010

Goodbye, Deutschland

...heißt es nun also und damit auch Hallo, Costa Rica. Morgen früh um 9Uhr geht mein Flieger aus Hamburg. Meine Koffer sind gepackt, die wichtigen Dokumente für die Reise sortiert und obwohl ich ja nun seit 1 1/2 Jahren weiß, dass der Tag kommen wird an dem ich Deutschland für ein Jahr verlasse,kam er doch plötzlicher als erwartet ;)
Ein Zimmer im einem Hostel in San José habe ich bereits "reserviert". Ich hoffe, dass das soweit klappt. Einen Transport zum Flughafen habe ich sicherheitshalber gleich dazu gebucht. Bin recht überrascht, dass das Taxi fahren dort wohl den deutschen Preisen entspricht. Am 22. Juli kommen dann schon meine beiden Kommilitonen Steffi und Mandy an, die mit mir zusammen in Costa Rica studieren werden. Die ersten Tage werden wir uns noch in der Hauptstadt aufhalten müssen. Dort erwartet uns eine Einführungsveranstaltung an der Uni. Ich bin mal gespannt wie weit ich mit meinem dorch recht spärlichen Spanisch komme. Außerdem müssen wir uns in San José noch um ein Visum bemühen um dann schließlich mit dem Bus nach Liberia fahren zu könnnen- in jene kleine Stadt, die dann für die nächsten Monate mein zu Hause ist. Wo ich dort unterkomme, steht noch in den Sternen, aber ich hoffe, dass ich vor Ort schnell eine nette Gastfamilie finde, die mich aufnimmt.
Ich bin gespannt, was so passieren wird, aber ich werde es euch berichten ;)